Erstes Treffen zum Start des Steinkauzprojekts in Buchholz

Am Mittwoch, dem 29.3.2017 treffen sich um 17 Uhr die Initiatoren des Steinkauzprojekts in Buchholz, um einen möglichen Standort zu erkunden.




Blühwiesen in den Beelitzer Nachrichten Nr 3 2017

           Aus den Beelitzer Nachrichten Nr. 3/2017                                    22.März 2017

In Beelitz wird die Landschaft bunter.

Das in Buchholz initiierte Blütenwiesenprojekt nimmt Fahrt auf:

Auf 13 Hektar sollen im April Wildpflanzen ausgesät werden

BUCHHOLZ – Beelitzer Landwirte zeigen ein Herz für Bienen, Schmetterlinge und Insekten: 12 Hektar Nutzfläche werden ab diesem Frühjahr als Blütenwiesen zu Verfügung gestellt. Die insgesamt zehn Parzellen in Buchholz und Umgebung kommen zu gleichen Teilen von der Winkelmann Agrardienstleistungen GmbH und der Agrar GbR Wittbrietzen. „Mit der Zusage sind die Voraussetzungen geschaffen für eine blühende Modellregion Buchholz-Wittbrietzen“, freut sich Kerstin Pahl. Die Kräuterpädagogin hat die Federführung bei dem Vorhaben übernommen, für dessen Umsetzung ein Verein mit dem Namen „Blühstreifen Beelitz“ ins Leben gerufen wird.

Im April soll mit der Aussaat von Blühmischungen auf den Agrarflächen sowie einem weiteren 8000 Quadratmeter großen Privatgrundstück in Buchholz selbst begonnen werden. Die Mischungen enthalten 40 bis 50 verschiedene heimische Wildpflanzenarten wie Kornblume, Margerite, Malve, Färberkamille oder Flockenblume. Aber auch Kulturpflanzen wie Sonnen- und Ringelblume, Buchweizen, Lein und lnkarnatklee sind dabei – und die blühen bereits im ersten Jahr. Einige dieser Pflanzen sind mittlerweile gar nicht mehr so häufig zu finden, wie zum Beispiel der Klatschmohn, der als Blume des Jahres 2017 exemplarisch für die Gefährdung von Ackerwildpflanzen stehen soll. Alle Blütenflächen werden mit Infotafeln versehen – und sollen damit zum Diskutieren und Nachdenken einladen:

Wir hoffen, dass noch weitere Eigentümer folgen werden“, sagt Frau Pahl, „auch kleine Rand- und Restflächen können nützlich sein“. Wichtig sei, dass keine Insektizide verwendet werden und die dortigen Pflanzen zur Blüte gelangen. Grundanliegen ist es, dem Rückgang von Insekten in der Region entgegenzuwirken: Allein die Schmetterlingspopulationen haben sich seit 1990 halbiert, generell ist von einem Rückgang der Insektenmasse um 80 Prozent die Rede. Mit nektar- und pollenspendenden Blüten soll das Nahrungsangebot wieder erweitert werden – und durch die Pflanzenvielfalt auf den Blütenwiesen der Tisch über Monate gedeckt sein.

Die Schirmherrschaft über die Initiative hat Bürgermeister Bernhard Knuth übernommen: „Die Vielfalt an Insekten ist ein Schatz, der leider lange vernachlässigt wurde“, sagt er, „Wie sehr das Summen und Schwirren unsere Landschaft von Frühjahr bis Herbst prägt, das merkt man leider oft erst, wenn es fehlt.“ Deshalb habe die Stadt bereits vor vier Jahren die Bienenhaltung als ortsüblich anerkannt, um Imkern juristisch den Rücken zu stärken. Insekten übernehmen auch in der Landwirtschaft eine wichtige Funktion. steigern die Erträge durch das Bestäuben der Blüten, unterstreicht der Bürgermeister. „Und ich freue mich schon darauf, wenn sich die Vielfalt unserer Stadt dann auch auf den blühenden Wiesen widerspiegelt.“

Fachliche Partner der Initiative ist neben dem Naturpark Nuthe-Nieplitz und der Unteren Naturschutzbehörde auch das Netzwerk „Blühende Landschaften“, das bundesweit agiert und praktische Erfahrungen einbringen kann. Außerdem stellt es Sämereien für 2.5 Hektar, die als Kooperationsfläche bestellt werden. Für den Summer ist geplant, thematische Führungen zu den Flächen anzubieten und die ersten Erfahrungen weiterzugeben.

Neben den größeren Flächen, die dann der Verein betreut, können auch Gartenbesitzer etwas tun und mindestens I0 Quadratmeter für Wildpflanzen zur Verfügung stellen. Damit kann man sich dann auch um eine Plakette „Hier blüht es für Bienen und Schmetterlinge“ bewerben. Der Ort mit den meisten Tafeln wird ausgezeichnet. Red

TIPPS FÜR DEN EIGENEN GARTEN:

  • Wer im Garten das Pollenangebot erweitern möchte, sollte viele verschiedene, einheimische – und standortangepasste Blühpflanzen aussähen.
  • Die Speisekarte kann durch früh-, mittel- und spätblühende Nektarspender bis in den Spätsommer ausgedehnt werden.
  • Gefüllt blühende Sorten vermeiden, da sie keinen Nektar und Blütenstaub bieten.
  • Gewürz¬ und Teekräuter wie Salbei, Rosmarin, Dill oder Melisse sind bei Insekten beliebt – wenn man sie im Sommer und Spätsommer blühen lässt.
  • lm Blumenbeet kann man das Angebot „zuschneidern“: Für Bienen sind Korbblütler wie Astern interessant, Hummeln mögen Rachen- und Röhrenblumen wie Enzian und Rittersporn,Tagfalter „fliegen“ auf Trichter-, Stielteller- oder Knöpchenblumen, wie Nelken und Primeln.
  • Im Blumenkasten sollten die Geranien der Fächerblume weichen. Auch Korn- und Ringelblume eignen sich für den Balkon.
  • Ecken und Winkel mit Wildpflanzen und Hecken sind für Insekten, aber auch Igel und Vögel wertvoll.
  • Rasen lässt sich in eine Wiese umwandeln – und braucht dann auch nicht so viel Pflege.
  • Nistkästen und lnsektenhotels schaffen Wohnraum und lassen sich gut selber basteln

Wer Flächen zur Verfügung stellen oder das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann sich melden:

Bei Kerstin Pahl (033204)34424 oder Kerstin-Pahl(at)gmx(dot)de

Sonderkonto Blühstreifen: IBAN: DE21100900003364843037 BIC: BEVODEBB  Kontoinhaber : Lutz Pahl




Projekt Blühwiesen

Blühende Nahrung für Bienen – ein Projekt mit Unterstützung der Stadt Beelitz und des Dorfvereins aus Buchholz

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. sind unersetzlich. Als Blütenbestäuber sorgen sie für die Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Doch wo finden diese Insekten heute noch ihre Nahrung? Auf Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und in Gärten blüht es immer weniger.

Insekten übernehmen eine wesentliche Funktion bei der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen und steigern und sichern  die Erträge in Landwirtschaft und Gartenbau. Blütenbesuchende Insekten benötigen  zur Sicherung von Fortpflanzung, Gesundheit und Ernährung Pollen und Nektar während der gesamten Insektensaison.

 

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (FFH-Art) auf Sonnenhut

Wann haben Sie das letzte Mal innerhalb von 5 Minuten 10 oder mehr verschiedene Schmetterlinge gesehen? Wann haben Sie das letzte Mal ihre Autofrontscheibe von toten Insekten gereinigt? Die beiden Fragen scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben. Die erste Frage richtet sich an mehr oder minder aktive Naturbeobachter, die zweite behandelt ein Ärgernis für den modernen maschinell gut ausgestatteten Menschen. Und doch stehen beide Fragen für das gleiche, überall in Mitteleuropa zu beobachtende Phänomen – den dramatischen Rückgang von Insekten und den von ihnen bestäubten Pflanzen!

Warum sollte uns das interessieren?

In den letzten Jahren werden Warnungen und Hinweise wissenschaftlicher Studien und politischer Stellungnahmen von Naturschutz-Verbänden und Behörden fast im Monatstakt veröffentlicht.

All diese Beiträge haben einen gemeinsamen Inhalt. Bienen, Wildbienen, Insekten und die von ihnen bestäubten Pflanzen verschwinden gemeinsam. Schmetterlinge und Falter sind rapide im Rückgang begriffen. Schmetterlings-Populationen auf Wiesen haben sich seit 1990 halbiert. „Bienen verhungern im Sommer“ beklagen Imkerverbände bundesweit. Der negative Bestandstrend bei Tagfaltern und Bienen in der Agrarlandschaft setzt sich fort und in einer Langzeitstudie von Entomologen ist im Januar 2016 von Rückgängen der Insektenmasse um 80 % die Rede.

Hier schließt sich der Kreis zu den „10 Schmetterlingen“ und der Autoscheibe.

Die Auswirkungen des „Insektensterbens“ haben aber auch Folgen für andere Tiere, die sich von Insekten ernähren. Rund die Hälfte der Vogelarten unserer Felder und Wiesen nehmen im Bestand ab. Besonders betroffen sind die am Boden brütenden Arten und solche, die sich von Kleininsekten ernähren. Von Kleininsekten, wie z.B. den Blütenbestäubern Bienen, Hummeln, Fliegen und Schmetterlingen! (so Holger Loritz vom Netzwerk Blühende Landschaften   http://www.bluehende-landschaft.de/).

Spargelfest unter Folie

Spargelfeld unter Folien, schon vor dem Winter!

Auch in unserer durch den Spargelanbau geprägten Landschaft nehmen wir diese Tendenzen wahr. Wir wollen etwas tun! Und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten engagieren.

Der Gemeinnützige Dorfverein Buchholz / Zauche e.V. und der Verein Blühstreifen Beelitz i.G. möchte für mehr Bienennahrung aktiv werden!

Wir wollen mit unserer Initiative auf die Problematik des Insektenrückgangs hinweisen, informieren und uns aktiv für mehr Blühflächen einsetzen.

Und was kann man tun?

Landwirte können Blühstreifen oder Blühflächen anlegen. Diese Blühstreifenflächen dürfen nicht gespritzt und nicht gedüngt werden, da Biozide und jede Form von „Chemie“ zu den Hauptgefährdungen für Insekten zählen.

Blühstreifen werden nicht geerntet und bleiben mindestens über den ersten Winter stehen, eine Pflege ist nicht erforderlich. Die Anlage von mehrjährigen Blühstreifen (zwei bis vier Jahre) wird empfohlen. Aufgrund ungünstiger Förderbedingungen ist ein Großteil der langjährigen Brachen um Buchholz verschwunden. Das waren einst blühende Refugien für Insekten. Wichtig wäre es, an anderer Stelle Ersatz zu schaffen.

Blühstreifen Mohn

Die wichtigste Devise auf den Feldern heißt: Viele blühende Pflanzen, so lange wie möglich! Eine „Massentracht“ wie Raps, der zwei bis drei Wochen im Jahr blüht, füllt zwar kurzfristig die Honigräume im Bienenvolk und die Gläser des Imkers, sichert den Bienen aber nicht das Überleben. Bienen brauchen während der gesamten Vegetationszeit Nektar und Pollen besonders im Spätsommer, um mit gut genährten Bienenvölkern in den Winter zu gehen.

Wir versuchen mit Landwirten ins Gespräch zu kommen.

Eine gute Möglichkeit für Blühstreifen bietet sich immer dort, wo (Teil-)Flächen nicht genutzt werden oder eine Ansaat mit Insekten fördernden Blühmischungen keinen nennenswerten Nachteil für den Landwirt mit sich bringt. Dies kann zum Beispiel auf Vorgewenden, im Randbereich von Äckern oder auf Bewässerungsstreifen der Fall sein.

Erste Gespräche haben bereits stattgefunden, und die ersten Flächen sind für das Frühjahr im Bereich Buchholz und Wittbrietzen in Planung.

Weitere Gespräche mit Landwirten und weiteren potentiellen Projektpartnern sollen folgen.

Auch private Eigentümer können aktiv werden. Wenn Sie sich an dieser Initiative mit ihrer Fläche beteiligen wollen, sprechen Sie uns an.

Bienenfreundlicher Garten

Auch ganz kleine Flächen oder Randbereiche können helfen. Wenn zahlreiche kleine Inseln blühen, können Bienen entlang dieser Inseln Nahrung finden und außerdem sieht es schön aus. Wir unterstützen Sie durch fachkundige Anleitung zur Anlage von Blühflächen und bei der Beschaffung der richtigen Samenmischungen. Fachkundige Unterstützung erhalten wir zusätzlich durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz, das Netzwerk Blühende Landschaften und die Stadt Beelitz.

Wir werden an dieser Stelle über den Fortgang berichten.

So, wie auch auf unserer Internetseite. Übrigens kann man auch im eigenen Garten einiges tun für den Schutz von Biene und Co. Kleine Flächen in wenig begangenen Wiesenbereichen einfach mal wachsen lassen und zur Blüte kommen lassen. Trockene Stengel im Herbst nicht abschneiden, denn diese dienen Insekten zum Überwintern.

Kleine Restflächen in den Gartenecken unbearbeitet „Natur“ belassen und beobachten! Oder Blühflächen neu anlegen. Dafür gibt es auch im Handel Blütenmischungen und es macht viel Spass zu beobachten, welche Blüten da zum Vorschein kommen. Das Wichtigste dabei ist, keine Insektizide zu verwenden.

Ihre Fragen beantworten wir gern. http://wildkraeuterkiste.de/kontakt  und  http://bluehstreifen-beelitz.de/kontakt/

Der Verein „Blühstreifen Beelitz i.G.“  und der gemeinnützige Dorfverein Buchholz / Zauche e.V.

Kerstin Pahl

Download des Artikels als *.pdf: bluehstreifen-statt-gruenstreifen




Ein Projekt für Beelitz und seine Ortsteile

Aus den Beelitzer Nachrichten Nr 1/2017 hier Seite 21

„Sag mir, wo die Blumen sind“,

sang Marlene Dietrich schon vor über einem halben Jahrhundert. Die Frage ist brandaktuell: Wo sind sie geblieben, die Blumenwiesen, die es in unseren Breitengraden mal zu Hauf gab und auf denen sich Insekten gütlich tun konnten?

„Bienen, Wildbienen, Insekten und die von ihnen bestäubten Pflanzen verschwinden gemeinsam“, sagt Kerstin Pahl vom gemeinnützigen Dorfverein Buchholz / Zauche e.V., auch um ihren Ort herum sind einst bunte Brachflächen verschwunden, weil sich die Förderbedingungen geändert haben. Der Verein will diesem Trend entgegenwirken – und sogenannte Blühstreifen an den Ackerrändern und blühende Inseln in der Natur und den Gärten schaffen.

„Wir wollen auf die Problematik des Insektenrückgangs hinweisen, informieren und uns aktiv für mehr Blühflächen einsetzen“, so Kerstin Pahl, die einst selbst ein landwirtschaftliches Studium absolviert hat und heute als Kräuterpädagogin in Buchholz arbeitet. Im Dorfverein gibt sie Kurse zum Weidenflechten und zum Einsatz von Wildkräutern in Küche und Arzneikammer. Die Entwicklung der lnsektenbestände ist besorgniserregend: Die Schmetterlingspopulationen haben sich seit 1990 halbiert, und in einer Langzeitstudie von Entomologen ist im Januar 2016 von Rückgängen der Insektenmasse insgesamt um 80 Prozent die Rede. Genug Anlass also, etwas zu tun.

„Eine gute Möglichkeit für Blühstreifen bietet sich immer dort, wo Flächen oder Teilflächen nicht genutzt werden oder eine Ansaat mit entsprechenden Blühmischungen keinen nennenswerten Nachteil für den Landwirt mit sich bringt“, erklärt Frau Pahl. Als Beispiel nennt sie Vorgewende, Randbereiche von Äckern oder Bewässerungsstreifen. Dabei habe ein Bauer durchaus auch Vorteile durch ein solches Projekt: „Insekten übernehmen eine wesentliche Funktion bei der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen und steigern und sichern dadurch auch die Erträge in Landwirtschaft und Gartenbau“.

Erste Gespräche mit Landwirten hätten schon stattgefunden, die ersten möglichen Blühflächen konnten bereits zwischen Buchholz und Wittbrietzen ausgemacht werden, im Frühjahr sollen sie vorbereitet, um dann im Sommer Blüten zu tragen. Wichtig ist dabei die Artenvielfalt, da jede Blume anders blüht. „Bienen brauchen während der gesamten Vegetationszeit Nektar und Pollen besonders im Spätsommer, um mit gut genährten Völkern in den Winter zu gehen.“

Ein Landwirt, der ebenfalls ein solches „grünes Gewissen“ an den Tag legt, ist der Beelitzer Gerhard Jochen: Im vergangenen Jahr für die Bereitstellung von Hecken als Schutz vor Bodenerosion vom Landkreis ausgezeichnet, will er sich jetzt der Wiederansiedlung von Feldlerchen widmen. „In den vergangenen zehn Jahren ist der Bestand dieser Vogelart in unseren Regionen um bis zu 90 Prozent zurückgegangen“, sagt er. Das Prinzip ist das gleiche wie bei den Insekten: Es fehlt an natürlichem Lebensraum.

Wie Kerstin Pahl erklärt, könne auch jeder bei sich zu Hause einen Beitrag leisten: „Kleine Flächen in wenig begangenen Bereichen einfach mal wachsen und zur Blüte kommen lassen, trockene Stengel im Herbst nicht abschneiden und natürlich auf Insektizide verzichten“, rät sie. Wer der Natur ein wenig unter die Arme greifen möchte, kann sich auch Blütenmischungen aus dem Handel besorgen und im Frühjahr aussähen. „Es macht viel Spaß zu beobachten, was da spätestens im Sommer alles zum Vorschein kommt“, sagt sie.      Red.BN

 




Blütenbesuchende Insekten im Garten unterstützen

Das lebenswichtige Nektar- und Pollenangebot von Frühjahr bis zum Herbst kann man im Garten durch den gezielten Anbau von blühenden Pflanzen bereitstellen. Insekten haben zwar z.T. sehr unterschiedliche und spezialisierte Nahrungsansprüche, trotzdem gibt es allgemeingültige Hinweise zur Pflanzenauswahl.

  • Wählen Sie viele verschiedene, einheimische und standortangepasste Blühpflanzen.
  • Verlängern Sie das Blütenangebot durch den Anbau von früh,-mittel- und spätblühenden Pflanzen  und Nektarspendern im Frühjahr und im Spätsommer.
  • Vermeiden Sie gefüllt blühende Blumensorten, sie bieten keinen Nektar und Blütenstaub.

Im Kräuterbeet

Auch wenn die Blüten von Gewürz- und Teekräutern oft klein und unscheinbar aussehen, sind die meisten bei Blütenbesuchern äußerst beliebt und bieten vor allem im Sommer und Spätsommer Pollen und Nektar. Voraussetzung ist: Wir lassen die Kräuter blühen!

Wertvolle Gewürzkräuter sind: Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze, Melisse, Fenchel, Dill, Liebstöckel, Majoran, Oregano, Thymian, Borretsch, Beinwell u.a.

Im Blumenbeet

Unter den ausdauernden Stauden und den ein- und zweijährigen Sommerblumen finden sich viele Nektar-und Pollenspender. Entscheidend bei der Auswahl der Blumen ist, dass die Blüten nicht „gefüllt blühend“ sind. Wichtige Pollen-und Nektarspender im Frühjahr sind z.B. die Zwiebelgewächse (Schneeglöckchen, Krokusse, Traubenhyazinthe, Blaustern, Narzissen uvm.). Für Bienen interessant sind die meisten Korbblütler (z.B. Astern, Sonnenblumen), ungefüllte Dahlien, Malvenarten, Reseda uvm. Typische Hummelblumen sind Rachen- und Röhrenblumen wie blauer und gelber Enzian, Rittersporn, Fingerhut, Lupinen. Beliebte Tagfalterblumen sind Blüten der Trichter-, Stielteller-oder Köpfchenblumen wie den verschiedenen Nelkenarten (Kartäuser-, Heide-, Pech-, Lichtnelke), Kornrade, Winden, Primeln, Phlox, Feuerlilie, Distel…. Nachtfalter freuen sich über stark duftende Nachtblüher wie Nachtkerze, Türkenbund, Nickendes Leimkraut, Zaunwinde, Nachtduftende Levkojen, Seifenkraut. Im Gegensatz zu Honigbienen sind Wildbienen z.T. stark auf einzelne Pflanzen spezialisiert. Die bevorzugten Nahrungspflanzen sind auf die Rüssellängen der Bienenarten abgestimmt (u.a. Rainfarn, Arten von Ziest, Fetthenne und Hauswurz…). Schwebfliegen holen sich ihr Futter vor allem von Doldenblütlern wie Bärenklau, Möhre, aber auch von Margeriten, Ringelblumen, Strohblumen und Herbstastern. Auch viele Balkon-und Kübelpflanzen bieten reichlich Futter für Insekten bzw. können manche Insektenweidepflanzen auch im Blumenkasten angebaut werden (z.B. Reseden, Knäuelglockenblume, Korn-u. Ringelblume, Winden…). Statt der für Insekten wertlosen Geranien sollte im Blumenkasten lieber die Fächerblume blühen!

Wilde Ecken und Winkel

Wer einen größeren Garten hat, sollte sich auch einige wilde Ecken und Winkel mit Wildpflanzen, eine Hecke mit Schlehen, Berberitze und Heckenkirsche oder ein Stück mit natürlicher Verbuschung leisten. Nicht nur die Insekten, auch andere Nützlinge wie Igel oder Vögel werden es danken und auf ihre Art zu einem gesunden und fruchtbaren Garten beitragen.

Blumenwiese statt englischer Rasen

Grünflächen auf dem Grundstück nehmen oft mehr Fläche in Anspruch als der blühende Garten. Der häufig so geschätzte grüne Zierrasen muss gehegt und gepflegt werden, braucht Wasser und Benzin für den Rasenmäher, ist aber für Tiere eine grüne Wüste. Ein guter Grund, großen Wert auf einen vielfältigen Bestand zu legen. Dieser ist nicht nur bei der Ansaat (mit standortangepassten Mischungen) sondern auch durch die Art der Nutzung zu beeinflussen. Auch ein artenarmer Rasen lässt sich oft nach einiger Zeit in eine bunte Wiese verwandeln, wenn man nicht düngt und selten mäht. Ganz wichtig dabei: Pflanzen blühen lassen und damit immer mal wieder aussamen lassen, Sameneinflug von anderen Flächen ermöglichen, evtl. mal mit von Hand gesammelten Wildpflanzensamenaus der umgebenden Landschaft oder einer Blumensaatmischung nachhelfen. Dass man eine Blumenwiese dann auch nicht alle 4 Wochen mähen sollte, versteht sich von selbst. Wer einen Teil davon mehrere Jahre lang nur ein -bis zweimal jährlich mäht, wird staunen, was für eine Farben-und Blütenpracht sich entwickelt. Auch siedeln sich schnell laubfrösche und Eksen an.

Nisthilfen und Wasserversorgung für Wildbienen

Wohnraum für Hummeln, Wildbienen und Wespen kann man durch die Aufstellung von Nistkästen und Nisthilfen schaffen (Insektenhotels). Gefäße oder Gartenteiche sichern die Wasserversorgung der Insekten. Dabei sollte beachtet werden, dass die nicht zu Fallen für Insekten werden. Also einen flachen Randbereich schaffen, oder ein Stück Holz hinein legen.

Weitere Informationen unter:

http://www.bluehende-landschaft.de/




Bluehstreifen-Beelitz

Wir sind der Verein „Blühstreifen Beelitz e.V.“, der sich für die Verbesserung von Umweltbedingungen, insbesondere die Förderung von Blühflächen zur Rettung der Artenvielfalt, insbesondere Bienen, Schmetterlingen und Insekten, sowie die Verbesserung der Umweltbedingungen von Pflanzen und Tieren in Brandenburg einsetzt und Öffentlichkeitsarbeit für die vorgenannten Ziele leistet.

Daneben bearbeiten wir weitere Themen rund um Natur- und Landschaftsschutz.

An dieser Stelle wächst nun die Internetpräsenz mit Informationen rund um unsere Aktivitäten.

Wir arbeiten zusammen mit  http://www.bluehende-landschaft.de/ ,

Stadt Beelitz  und  Naturpark – Nuthe – Nieplitz , sowie mit diversen Landwirten aus der Region.

Um jeweils den ganzen Beitrag zu lesen, bitte auf die Überschrift klicken. So auch hier!




Blühflächenrundgang, Bilanz und Ausblick 2017 in der MAZ

(Beitrags-Foto:  www.enrico.roehner.eu)

Original Artikel erschienen in der MAZ vom 4.9.2017:

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/50-Hektar-fuer-Biene-Hummel-und-Co

Mit freundlicher Genemigung von MAZ und des Herrn Jens Steglich:

50 Hektar für Biene, Hummel und Co.

Der noch junge Verein „Blühstreifen Beelitz“ hat am Sonntag im ersten Jahr des Projektes Ergebnisse präsentiert, die sich sehen lassen können. Die Initiative, die im Spargelland neuen Lebensraum für Bienen, Hummeln und Co. schaffen will, konnte vier Landwirtschaftsbetriebe gewinnen, die mehr als 50 Hektar eigene Flächen zur Verfügung stellen.

 

Beelitz. Der Unterschied ist zu sehen, zu riechen und ein bisschen auch zu hören, wenn man die Ohren spitzt. Als im Mai dieses Jahres an der Fläche am Ortsrand des kleinen Dorfes Buchholz ein erstes Foto entstand, sah es dort aus wie in einer Einöde, aus der sich das Leben weitgehend zurückgezogen hat. Am An diesem Sonntag, drei Monate später, tobt an gleicher Stelle das Leben. Fast brusthoch steht eine Blühwiese in der Landschaft, über der Schmetterlinge und eine Etage höher eine Menge Schwalben zu sehen sind. Und wer sich in die Wiese hineinstellt, kann es auch hören – das Summen der Insekten. Das klingt pathetisch und ist doch die pure Wahrheit.

Der junge Beelitzer Verein „Blühstreifen“ hat am Sonntagnachmittag zur Ergebnispräsentation eingeladen und konnte schon im ersten Jahr Erstaunliches vorweisen. Die Initiative im Stile einer Graswurzelbewegung hat sich auf die Fahnen geschrieben, im Spargelland, in dem im Frühjahr weite Flächen mit Folien überzogen sind, Blühwiesen für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co. zu schaffen. Also für jene kleinen Tiere Lebensraum anzulegen, die als Bestäuber der Pflanzen für einen gedeckten Tisch sorgen, selbst aber arg in Bedrängnis geraten sind, weil Feldraine, Wildblumenwiesen und Heckenstreifen sich rar gemacht haben in einer Welt, in der die optimale Ausnutzung der Äcker für Landwirte ein Überlebensgebot ist. „Wir wollen die Veränderung mit den Landwirten herbeiführen, nicht gegen sie“, sagte Lutz Pahl, der mit seiner Frau Kerstin Pahl die Initiative angestoßen hat. Inzwischen sind eine Menge Kooperationspartner dabei und vier Landwirtschaftsbetriebe. Die Agrar KG Wittbrietzen, die Buschmann & Winkelmann GmbH des Spargelhofes Klaistow, die Agrar-Gesellschaft Buchholz und die Laprog-Agrargesellschaft Gottow stellen mehr als 50 Hektar eigene Flächen für das Anlegen von Blühwiesen zur Verfügung. Das ist bemerkenswert, denn: „Die Landwirte können auf solchen Flächen keinen Ertrag einfahren, müssen aber trotzdem Pacht und Mitarbeiter bezahlen“, so Carsten Wunderlich, Geschäftsführer der Buchholzer Agrar-Gesellschaft. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern bekommen Landwirte in Brandenburg keine Förderung dafür. Auch wenn Brandenburgs Agrar-Minister Jörg Vogelsänger (SPD) kurzfristig seinen Besuch abgesagt hatte, war am Sonntag die Forderung an die Adresse des Landes, Zuschüsse dafür aus entsprechenden EU-Programmen zu gewähren, in fast jeder Rede zu hören. „Wenn man im größeren Maßstab etwas erreichen will, geht es ohne Förderung nicht“, sagte Kordula Isermann, Leiterin des Naturparks Nuthe-Nieplitz.

Das Beelitzer Projekt hat auch ohne Förderung einiges in Bewegung gesetzt. Neben den vier Landwirtschaftsbetrieben ziehen private Gartenbesitzer mit. 20 Schilder mit der Aufschrift – „Wir tun etwas für Bienen“ – stehen mittlerweile an Gärten, sagte Kerstin Pahlke. Die Initiative will auch Kommunen gewinnen, Flächen in blühende Landschaften zu verwandeln. Beelitz hat zugesagt, entlang der Clara-Zetkin-Straße Blühwiesen zu schaffen.

Blühstreifen: Appelle an die Politik

Grünen-Kreistagsabgeordnete Elke Seidel appellierte an Brandenburgs Agrar-Minister Jörg Vogelsänger (SPD), das Wassergesetz zu ändern. Mit einem Federstrich könne man ermöglichen, dass Gewässerstreifen als Blühstreifen zur Verfügung stehen.

Am Beelitzer Blühwiesenprojekt wollen die vier Landwirtschaftsbetriebe weiter mitwirken. Laut Kerstin Pahl aus Buchholz, Initiatorin des Projekts, wird auch über ein neues Geschäftsfeld nachgedacht. Auf den eigenen Blühwiesen soll Wildpflanzen-Saatgut produziert werden.

Von Jens Steglich