Eröffnung des Insektenhotels in Buchholz

Eröffnung des Insektenhotels in Buchholz

Gefördert durch die Förderprogramme Aktion gesunde Umwelt des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft in Brandenburg – Projekt GU 18002.

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Wir freuen uns auf Dich!




Einladung „Wirkung und Nutzen von innerörtlichen Blühflächen“, Nachmittagsrundgang am 7. September 2018

20180907_Programm-Bluehflaechenrundgang

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Wirkung und Nutzen von innerörtlichen Blühflächen


Nachmittagsrundgang | 7. September 2018 | 13:30 – 17:00 Uhr

Start und Abfahrt des Busses: Heimvolkshochschule am Seddiner See

Programm


13:30 Uhr Begrüßung bei Kaffee und Kuchen
Dorothea Angel, Heimvolkshochschule am Seddiner See


Einführung zum Thema: Nutzen und Notwendigkeit von Blühflächen


… für die Artenvielfalt
Kerstin Pahl, Blühstreifen Beelitz e.V.


… als Lebensraum für Bienen und eine vielfältige Insektenwelt
Holger Ackermann, Pressesprecher des Landesverbands
Brandenburgischer Imker e.V.


14:15 Uhr gemeinsame Abfahrt mit dem Bus Richtung Beelitz
Wir werden uns innerörtliche Blühflächen bei Beelitz (Buchholz,
Salzbrunn, Im Sichenholz) ansehen und folgende Aspekte diskutieren:

Wie wirken die Blühflächen im Ortsbild des Dorfs?
Wo können sie angelegt werden und wer kann tätig werden?
Gibt es praktische Schwierigkeiten bei der Anlage oder Pflege
der Flächen?
Können Probleme mit den Nachbarn und im Dorf entstehen,
beispielsweise durch Bedenken gegen Samenflug oder
unterschiedliche Vorstellungen von einem schönen Ortsbild?


16:00 Uhr Auswertungsrunde, Feedback (Im Sichenholz)

ca. 17:00 Uhr Ankunft des Busses an der Heimvolkshochschule

Bitte melden Sie sich bis zum 30. August 2018 hier an: Anmeldung zur Exkursion

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Spargelfest auch im Sichenholz in Beelitz

Die erste private Blühfläche in Beelitz geht ins zweite Jahr und feiert mit beim Spargelfest. Guido und Christine haben den Garten in ein Kunstwerk verwandelt. Skulpturen stehen neben historischen Traktoren, kunstvoll genähte Patchwork-Decken hängen zwischen den Bäumen der Streuobstwiese, Baumstümpfe und Gartenliegen laden zum Verweilen und Entspannen ein.

20180603 Smoothies P1120898

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Entspannung und Genüsse versprechen auch die Smoothies und Pestos aus Wildkräutern und lokalen Zutaten. Wildkräuter und Wildblumen wachsen auch im Überfluss auf den Blühwiesen im Garten. Auf Schildchen kann man nachlesen, welche Wildblumen man da vor sich hat. Schafgarbe, Ackerkratzdiestel, Wilde Möhre, Lichtnelke, Rotklee, Wiesen-Flockenblume, Gelbklee, Phacelia, Klatschmohn und viele andere, die man schon einmal gehört hatte und schon lange mal sehen wollte.

20180603 Kunstwerke P1120888

20180603 Kunstwerke P1120888

Die Zinnows erklären einem die Zusammensetzung und die Bedeutung für die heimische Insektenwelt, die so bedroht ist. Auf großen Tafeln kann man sich über die Auswirkungen, von verschiedenen Möglichkeiteneinen Garten zu bewirtschaften, auf die Lebensbedingungen von Wildbienen informieren. Es wird klar: jeder kann etwas tun, um das Insektensterben aufzuhalten.

Danke, liebe Christine und lieber Guido, für dieses Kleinod der Ruhe an der Clara-Zetkin-Straße.

Derweil zieht durch die Stadt der große Umzug, an dem der Verein Blühstreifen Beelitz e.V. zusammen mit dem gemeinnützigen Dorfverein Buchholz Zauche e.V. Hand in Hand Bienen und Blüten präsentiert und so aufmerksam macht, mit wie wenig Mitteln sich jeder gegen das Insektensterben einsetzen kann.

 

Traktor mit dem Wagen zum Umzug

Traktor mit dem Wagen zum Umzug

20180603Patchworkgruppe Beelitz_154509

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Frühling für die Blühwiese

Frühling auf der Blühwiese…….

…….Was ist jetzt zu tun.

Pflege der Flächen aus dem letzten Jahr:

Diese Stängel aus dem letzten Jahr können Ende April endlich abgeschnitten werden, denn die „Bewohner“ fliegen dann hoffentlich schon.

Das gleiche gilt für ausgewachsene Brachen und auch für die Blühflächen des letzten Jahres.

Einjährige Blühmischungen grubbern, mehrjährige Mischungen in 20cm Höhe mähen und abräumen, wo das nicht möglich ist mulchen. Dabei das Mähwerk so hoch einstellen, dass die schon ausgetriebenen Pflanzenrosetten nicht beschädigt werden. Kleine Flächen lassen sich gut mit der Motorsense bearbeiten. Danach das Mähgut abräumen. Auf keinen Fall düngen!

Neuanlegen von Blühflächen:

Bei der Neuansaat kann man sehr viel beeinflussen. Gute Vorbereitung stellt den Erfolg sicher.

Flächen „schwarz“ machen, das bedeutet nach Möglichkeit im Garten umgraben, größere Flächen grubbern oder fräsen. Wo das nicht möglich ist, vertikutieren, Quecken Calamagrostis, Diestel oder Melde ausbuddeln. Zum Aussähen einer neuen Blühmischung, nach Möglichkeit gebietsheimisches Saatgut verwenden. Dabei 10 – 20 g/m² verwenden und nur oberflächlich ausstreuen und antreten, denn die meisten Wildblumensamen sind Lichtkeimer. Anfangs feucht halten. Wichtig ist, dass die Mischung Blüten vom frühen Frühling bis in den Spätherbst enthalten, damit die Bienen und Schmetterlinge nicht hungrig in den Winter gehen müssen.

Wilde Ecken im Garten einplanen.

20170729-Rasenfläche-teilgemäht-

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Teile seiner Rasenflächen einfach mal nicht mehr mähen. Dadurch setzen sich auch Wildkräuter durch, die schön aussehen, gut im Salat schmecken, Wildbienen anlocken und für deren Erhalt sorgen. Sandige Abschnitte, Benjeshecken, Totholz- und Steinhaufen anlegen, die als Behausungsflächen für Wildbienen, so auch Hummeln, dienen. Auch Reisighaufen locken Kleinwild, wie Igel und Erdkröten an, die Schädlinge dezimieren.

Eine umfassende Handlungsanweisung des Landes Sachsen Anhalt können Sie hier downloaden.

Sehr schön sieht im Garten auch ein Insektenhotel aus. Jetzt ist die richtige Zeit eines zu bauen. Ihre Kinder werden sie mit hohem Interesse und Forscherdrang belohnen. Im Fachhandel kann man Beobachtungsbrutröhrchen erwerben, in denen man den Werdegang der Wildbiene studieren kann. Wer es ganz genau wissen will, findet hier den Leitfaden für Wildbienennisthilfen von Ariane Hofmann vom Hortus Terrigenus in Kleinbeuthen, der keine Fragen offen lässt.

Das muss auch nicht so perfekt aussehen, wie dieses hier in Klaistow.

20180212-Insektenhotel-Klaistow-

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An dieser Stelle möchten wir uns bei dem Schirmherrn unseres Vereins Herrn Bürgermeister Knuth und seinem Vertreter Herrn Zadow herzlich für die gute Zusammenarbeit und großzügige Unterstützung durch die Stadt Beelitz bedanken. So viel Aufgeschlossenheit für unser Anliegen halten wir nicht für selbstverständlich. Für die neue Amtsperiode wünschen wir weiter ein so gutes „Händchen“ für die Führung der Stadt Beelitz.

Wir suchen weiterhin Landwirte für die Zusammenarbeit, um dem Insektensterben entgegen zu wirken. Jeder Garten- oder Balkonbesitzer kann mit kleinen Schritten zur Gesundung unserer Natur beitragen. Auch die kommunalen Flächen könnten sich in Augenweiden mit Blüten vom Frühling bis Herbst verwandeln.




Jahresrückblick 2017

Blühstreifen Beelitz e.V.: Das erste Jahr, Zusammenfassung

 

Das Jahr ist fast vergangen, 2017 neigt sich dem Ende entgegen und in wenigen Tagen erwarten wir 2018!

Ein neues Jahr, neue 365 Tage erwarten uns, die gefüllt werden wollen mit Aktivitäten, Ideen und Ergebnissen.

Wie bei jedem Jahresrückblick, nehmen auch wir uns Zeit zurück zu blicken, inne zu halten, uns über Erreichtes zu freuen und dankbar zu sein für all die wichtigen Begegnungen mit Menschen, die wir in dieser Zeit kennengelernt haben. Menschen, die uns unterstützt und uns Mut gemacht haben, mit angepackt und ganz konkret geholfen haben, Landwirte, die sich von unseren Ideen anstecken ließen und auf ihren Flächen Dinge verändert haben, Fachleute aus Politik, Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz, die mit uns in einen regen Austausch gegangen sind, Vereine und Stiftungen, Netzwerke und Einzelpersonen-, die durch Spenden und gemeinsame Aktionen mit dabei waren und unsere Nachbarn, die uns zeigen, dass ein Umdenken möglich ist.

Ihnen allen danken wir herzlich für dieses erste Jahr und wünschen uns allen ein ergebnisreiches bienen- und insektenfreundliches Neues Jahr!

Mit 7 Gleichgesinnten haben wir im Juni den Verein „Blühstreifen Beelitz e.V.“ gegründet. Unterdessen ist der Verein ins Vereinsregister eingetragen und die Gemeinnützigkeit ist erlangt.

Die Internetseite www.bluehstreifen-beelitz.de ist eingerichtet und wird regelmäßig und umfassend betreut. Presseartikel erfolgten in der MAZ und in den Beelitzer Nachrichten sowie Blickpunkt und Wochenspiegel. Der Facebookauftritt wird ebenfalls regelmäßig betreut.

Die von uns betreuten Flächen sind auf der Internetseite umfassend beschrieben und verortet.

Unsere Ziele: mehrjährige Flächenverfügbarkeit, ausreichend große Flächen, überwiegend Wildpflanzeneinsatz, keine Pflanzenschutzmittel oder Dünger, gebietsheimisches Saatgut, Stängel über den Winter stehen lassen (als Winterquartier), Blüten von Mai bis Oktober/November, Brachen schützen, nur im Ausnahmefall umbrechen und neu ansäen konnten auf über 13 ha umgesetzt werden.

Flyer und Plakate wurden zusammen mit der Werbeagentur Camilla Hoffmann erstellt. 100 Plaketten für den Gartenzaun „Wir tun etwas für Bienen& Schmetterlinge“ aus Alu-Dibond wurden konzipiert und angefertigt. Diese werden an Menschen vergeben, die mindestens 10 qm Blühwiesen neu angelegt haben. Eine Prämierung erfolgt, wenn alle Plaketten verteilt sind.

Der Verein präsentierte sich mit einem Stand auf Festen und anderen gesellschaftlichen Anlässen.

Die Abstimmung zum Standort einer Auswilderungsvoliere in Buchholz im Steinkauz-Projekt des Landschafts-Fördervereins NNN ist abgeschlossen. Seit Anfang September steht die Voliere. Die Betreuung erfolgt durch Vereinsmitglieder.

Im 1. Jahr wurden 6 Flächen als Blühflächen eingesät. Die Zusammenarbeit erfolgte mit der Agrar KG Wittbrietzen und dem Spargelhof Klaistow Buschmann Winkelmann GmbH. Alle Flächen wurden mit Feldschildern versehen. Das waren ca.12 ha Blühflächen. Eine weitere private Fläche (0,6 ha) sowie 2 Flächen des Gut Schmerwitz und zahlreiche Kleinflächen (ca.10) sind ebenfalls mit Blühmischungen eingesät worden, die der Verein zur Verfügung gestellt hat.

1 Fläche ca. 1 ha Grünland wurde aus der regelmäßigen Maht herausgenommen und blühte somit bis zum Herbst.

Mit 8 weiteren Spargelbauern der Region wurde im Rahmen der Landpartie erstmals gesprochen. Der Spargelverein ist über unseren Verein ebenfalls informiert. Der Spargelhof Elsholz beteiligte sich mit 2 Flächen am Aufruf des Landesbauernverbands und säte ebenfalls Blühmischungen ein. Mit allen Betrieben muss erneut gesprochen werden. Ziel ist es, im Jahr 2018 weitere Betriebe zu begeistern, die Blühflächen schaffen.

Der Verein arbeitete mit dem Netzwerk Blühende Landschaft im Projekt BienenBlütenReich zusammen. Auf 2,5 ha Fläche wurden 4 unterschiedliche Blühmischungen nebeneinander ausgebracht. 2017 wurden 3 Rundgänge zu dieser Blühfläche angeboten (Juni – August) und zusammen mit dem Netzwerk Blühende Landschaft beworben. Das Angebot erschien auch im Naturparkkalender.

Herr Bürgermeister Knuth ist Schirmherr des Vereins und hat für die Stadt Beelitz ebenfalls Interesse bekundet. Mit Herrn Knuth erfolgten bereits 5 Gespräche. Hier müssen noch konkrete Flächen gefunden werden. Eine Abstimmung erfolgte mit Herrn Steinland zum LAGA-Antrag für Beelitz. Über eine Zusammenarbeit wird beraten. (Juli) Zwischenzeitlich hat Beelitz den Zuschlag für die LAGA 2022 erhalten.

Der Verein unterstützt die Masterarbeit von Matthias Werner zum Thema „Vergleich von Pflegemöglichkeiten für wolfssichere Zäune“ in Zusammenarbeit mit der Agrar KG Wittbrietzen und dem Naturpark Nuthe-Nieplitz und betreute den Wolfszaun auch praktisch.

Herr Steinland hat einen Förderantrag für „Nachhaltigkeit im Spargelbau Beelitz“ gestellt. Hierzu erfolgte eine Abstimmung. Der Verein hat sein Interesse bekundet, Kooperationspartner zu werden.

Am 3.9.2017 erfolgte ein großer Öffentlichkeits- und Netzwerktermin zusammen mit dem Projekt BienenBlütenReich und dem Netzwerk Blühende Landschaft, die „Ergebnispräsentation der Blühwiesen aus dem 1. Jahr“. Es wurden alle Projektpartner eingeladen. An 5 Stationen wurden die Erfahrungen über die Anlage der Blühwiesen, Flächenvorbereitung, Ansaat, Pflege, unterschiedliche Mischungen, Steinkauz, Benjeshecke, Winterquartiere für Insekten, gebietsheimisches Saatgut/Samen gesprochen.

Angebote zur Bestimmung von Insekten und Pflanzen erfolgten ebenfalls an den 5 Stationen. Abgerundet wurde das Ganze durch ein Catering des Spargelhofs Klaistow.

Im Herbst erfolgte ein Monitoring für die Flächen mittels Werkvertrag durch den Naturpark. Regelmäßige Arbeitstreffen erfolgen mit dem Naturpark.

3 Obstbäume, die vom NP NN gesponsert wurden, sind in Buchholz gepflanzt.

Und auch für 2018 gibt es bereits Pläne und Ergebnisse:

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Blühende Landschaft“ erhalten wir Unterstützung für 7 ha Blühflächen. Zu diesen Flächen wird es wieder „Blühflächenrundgänge“ geben.

Der Spargelhof Buschmann Winkelmann hat eine weitere Fläche zugesagt. Die Fläche befindet sich am Ortseingang von Buchholz und ist 6 ha groß. Unser Ziel ist es, weiterhin Feldraine als Rückzugsräume für Insekten zu belassen.

Ein Schwerpunkt wird im nächsten Jahr darin bestehen, auch Winterquartiere für Insekten zu schaffen. Neben Nahrungsflächen sind Überwinterungsplätze genauso notwendig, zumal viele Insekten nur geringe Distanzen zurücklegen können. Gezeigt werden sollen verschiedene Fortpflanzungsstrategien und Möglichkeiten der Unterstützung durch den Menschen.

Auch die Agrar KG Wittbrietzen wird sich mit weiteren ca. 3 ha beteiligen.

Am 12. April werden wir zur Spargelsaisoneröffnung in Schlunkendorf unsere Ziele vorstellen.

Mit Herrn Jürgen Jacobs gibt es konkrete Pläne der Zusammenarbeit.

Im Januar ist eine Betriebsbesichtigung bei Nagola Re in der Lausitz geplant. 2 Landwirte und Vertreter des Vereins werden über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Saatgutgewinnung und Vermehrung von Wildpflanzen in der Modelregion Buchholz/Wittbrietzen  beraten.

Weitere größere private Flächen werden 2018 dazu kommen. 2,6 ha in Buchholz, 3,5 ha in Zülichendorf und 400 qm in Beelitz.

2018 wollen wir uns auch mit dem Thema „Zukauf von Bestäubern im Gartenbau“ beschäftigen. Dazu soll auf einer Beispielfläche Grundlagenforschung betrieben werden. Das Ziel muss es sein, heimischen Bestäubern ganzjährigen Lebensraum zu bieten.

Dezember 2017

Kerstin Pahl (Erste Vorsitzende)




Blühstreifen Beelitz auf dem Expertenforum der Deutschen Wildtier Stiftung in Berlin

EXPERTENFORUM 2017

Das Thema des Expertenforums 2017 in Berlin lautete „Rettet die Wiesen – Landwirtschaft und Artenvielfalt“. Namhafte Experten beschäftigten sich mit der Frage, wie es um den Zustand der Wiesenlandschaften in Deutschland bestellt ist und welche Kriterien eine wildtierfreundliche Landwirtschaft erfüllen muss, wenn sie dem Artenverlust langfristig entgegenwirken will. Videos der Vorträge finden Sie auf dem Youtube-Kanal. der  Deutschen Wildtier Stiftung. (Quelle: Newsletter der Deutschen Wildtier Stiftung den man unten auf der Seite bestellen kann)

Reichhaltiges Infomaterial kann über die Deutsche Wildtier Stiftung bezogen werden.

Besonders hinweisen wollen wir auf die Broschüre „Praxisratgeber Wildbienen – Schützen und fördern im Kleingarten“




Insektensterben und Krefelder Studie, was hat das mit mir zu tun?

Juli 2017: Ausgelöst durch eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag erklärt Umweltministerin Barbara Henricks: „In Deutschland ist ein großes Insektensterben zu beobachten, die Insekten Biomasse ist seit 1989 um ca. 80% zurückgegangen“.

Sie stützte sich bei dieser Aussage auf die Auswertung einer Studie von Krefelder Hobby-Entomologen (Hobby-Insektenforscher).

Schnell waren sich viele Zweifler einig: Das gilt nur für ein kleines Gebiet in der Nähe von Krefeld und ist nicht auf große Teile Deutschlands anwendbar. Außerdem sind die Zahlen sehr zweifelhaft und die ganze Studie ohnehin.

Nun hat eine Wissenschaftler-Gruppe aus Kanada (Copyright: © 2017 Hallmann et al.) diese Studie wissenschaftlich untersucht und das Ergebnis in der Wissenschaftszeitung PLOS|One veröffentlicht.

(http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185809)

Ergebnis: Der Aufschrei im Juli war sehr wohl gerechtfertigt, denn die Reden der Zweifler werden relativiert: An 63 Messstellen in Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz ist durchschnittlich ein Rückgang der Biomasse von 76% bei fliegenden Insekten gemessen worden.

Süddeutsche Zeitung vom 18.10.2017:

(http://www.sueddeutsche.de/wissen/insektensterben-dramatischer-insektenschwund-in-deutschland-1.3713567)

Die Zeit Nummer 44 vom 26.10.2017:

(http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-10/insektensterben-fluginsekten-gesamtmasse-rueckgang-studie)

Und für Abonnenten der Zeit:

Die Wahrheit auf sechs Beinen

Das Insektensterben ist eine Umweltkatastrophe. Doch die Politik verschließt die Augen, weil sie den Sinn fürs Radikale verloren hat: Breiter Konsens und mittlere Vernunft sind ihr wichtiger als das ökologisch Unausweichliche. Und was machen die Grünen?

Von Bernd Ulrich :

(http://www.zeit.de/2017/44/insektensterben-bienen-oekologie-umwelt-insektizid)

 

Sowie das Netzwerk Blühende Landschaft:

(http://www.bluehende-landschaft.de/nbl/nbl.news/news.nbl.83/index.html)

Und Nabu: https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/insektenstudie/

Durch die fehlenden Insekten geht der Bestand an Vögeln zurück, was folgt ist ein Zusammenbrechen des Ökosystems.

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima läutete die Bundesregierung die Energiewende ein. Im Falle des bewiesenen Insektensterbens fordert die Politik aber eben keine Agrarwende ein. Sie stellt sich taub und fordert im Sinne der Ökonomie und „Vernunft“ eine langfristige Untersuchung, doch „Jamaika“ sollte sich für eine Änderung der Subventionspolitik einsetzen: Förderungen nur für Ökologische Landwirtschaft, Verbot von Neonicotinoiden (machen Insekten orientierungslos) und Glyphosat (zerstört die Biologische Vielfalt), finanzielle Förderung von Blühstreifen in Brandenburg, wie es sie in anderen Bundesländern gibt, denn Blühstreifen bringen keinen wirtschaftlichen Gewinn für die Landwirte.

2017 Okt Gemüsegarten-in-Meran-

2017 Okt Gemüsegarten-in-Meran-

Der Verein Blühstreifen Beelitz e.V. setzt sich dafür ein, die Landwirte nicht zu verteufeln, sondern zu animieren, im Kleinen und hier vor unserer Haustür die Wende zu leben, so wie auch jeder einzelne Bürger und Verbraucher mit wenig Aufwand, viel ändern kann: Anlegen von Blühstreifen, Pflegen und Herstellen von Überwinterungs- und Wohnmöglichkeiten für Wildbienen durch Brachen und Insektenhotels, eingeschränktes Mähen, Stehenlassen von Blütenstengeln bis zum April und ökologisch bewusstes Einkaufen von regionalem Obst, Gemüse und wenig, aber nach biologischen Richtlinien hergestelltem Fleisch.

201710 Hummel-in-Meran-

201710 Hummel-in-Meran

2017 Okt Biene-auf-Winteraster-in-Meran

2017 Okt Biene-auf-Winteraster-in-Meran

2017 Chausseestrasse Buchholz

2017 Chausseestrasse Buchholz

 




Steinkauzvoliere aufgebaut

Hand in Hand – Steinkauz-Auswilderungsvoliere nun auch in Buchholz

Aufbau der Voliere

Aufbau der Voliere

Zwei Männer reichen sich vorgefertigte Holzteile über die Benjeshecke und beginnen den Vogelkäfig aufzubauen. Ein geschlossener Teil in Richtung Westen, gegen den Wind und ein offener Käfigteil, von dem aus die Steinkäuze schon einmal die Gegend beäugen können, in die sie in einigen Monaten freigelassen werden sollen. Nach Beelitz, wo zwei Volieren am südlichen Ortsausgang an der Mühlenstrasse zu bewundern sind, hat die Firma Schalldach und Schröter nun auch eine Voliere in Buchholz aufgestellt.

Lieferung der Teile

Lieferung der Teile

Aufbau der Voliere 2

Aufbau der Voliere 2

Einrichten der Voliere

Einrichten der Voliere

Einrichten der Voliere 2

Einrichten der Voliere 2

Einrichten der Voliere 3

Einrichten der Voliere 3

Doch das neue Heim muss noch kauzgerecht eingerichtet werden. Dazu bauen einige Tage später Frau Berndt und Herr Kolling vom Landschafts-Förderverein-Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V. Sitzstangen, Steinkauz-Schlafkisten und eine gefällige Landschaft in den Käfig. Der Projektleiter Peter Koch wird einige Tage später die Vögel einsetzen und am 3.9.2017 anlässlich der Blühflächentagung des Vereins Blühstreifen Beelitz e.V. das Projekt vorstellen.

Der Steinkauz ist hier in Potsdam Mittelmark schon seit Ende der 1980ger Jahre nicht mehr ansässig, was durch das 2011 begonnene Projekt geändert werden soll. Ausführliche Informationen finden sich auf: https://www.naturpark-nuthe-nieplitz.de/projekte/naturschutz/steinkauzprojekt.html

Voliere neben Blühwiese

Voliere neben Blühwiese

In den kommenden Monaten werden in Buchholz und Umgegend Bruthöhlen ausgebracht, in die die ausgewilderten Steinkäuze dann einziehen können und sich so wieder verbreiten können.




Wir machen Gras

Wir machen Gras!

Freitag morgens 9 Uhr, bestes Mai-Wetter, Nordic-Walking. Die Strecke führt durch den Wald, entlang eines Spargelfeldes, abgeerntet, die Pflanzen wachsen jetzt grün aus den Dämmen.

„Keine Zeit, wir machen Gras“, simst Stefan Hoy. Wir machen Gras? Doch nicht etwa hier? Sonntag wird doch hier die Wildkräuter-Führung stattfinden!

Anruf: „Stefan, kannst Du nicht am Rande deiner Fläche einen Streifen stehen lassen?“ Er: “Kein Problem! Sag dem Mäher Bescheid, macht er bestimmt!“

Mäher auf der Wiese

Dem Mäher? Ach ja dort hinten, 2 Km weg, ein Traktor! Also hin, winken, der Fendt hält an, der Arbeiter bittet mich nach oben. Noch nie habe ich in einer solchen Maschine gesessen! Kaarol Olzel lächelt mich an. „Nein, ich verstehe nicht, wo das sein soll. Hast Du einen Moment Zeit? Dann kannst Du mir das zeigen,“ antwortet der polnische Mitarbeiter in astreinem Deutsch und fährt wieder an, in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Um mich herum Schalter, Hebel, Knöpfe, Anzeigen, zwei Bildschirme, Handy, Tablett. Prompt klingelt das Telefon. Eine der Anzeigen zeigt wohl nicht die richtigen Werte. Fernwartung auf dem laufenden Traktor! Mich fasziniert diese moderne Technik, das Telefonat dauert.

Bordcomputer Hebel und Knöpfe

Inzwischen sind wir an dem Wiesenstreifen, der stehen bleiben soll, vorbei und Kaarol schwärmt mir von unserer brandenburgischen Landschaft vor. „Wenn ich am Wochenende mal Zeit habe, fahre ich gerne hier durch die Gegend und erfreue mich an der Schönheit eurer Landschaft.“ Dann zeigt er mir noch zwei Videos von seinem Arbeitsplatz. Störche und Greifvögel, wie sie hinter dem Traktor auf den gemähten Flächen jagen.

Dieser Wiesenstreifen, der mal eben so stehen gelassen wurde, beherbergte fünf Feldlerchennester, finden wir vom Verein Blühstreifen Beelitz e.V. später heraus. Es wachsen und versamen sich: Wilde Möhre, Wiesenkerbel, Nachtkerzen, Natternköpfe, Johanniskraut, Spitzwegerich, Schafgarbe…

Randstreifen ungemäht

Am folgenden Sonntag, bei der Kräuterführung der www.wildkraeuterkiste.de, summt und brummt es in allen Tonlagen: Bienen, Schmetterlinge, Hummeln, Wildbienen, selbst Libellen freuen sich über den Randstreifen, der stehen blieb. Unterdessen haben sich Samen ausgebildet, die Wiesenvögeln Nahrung bieten. So kamen über den „Kurzen Weg“ alle zu ihrem Recht.

Danke Stefan! Und herzliche Grüße Lutz




Blühwiesen Rundgang 2 in Buchholz

Blühwiesen Rundgang in Buchholz

Führung 2.7.2017

„Lauschen Sie mal!“ sagt Kerstin Pahl und zu den Kindern: „Und ihr zählt mal wieviel Bienen und Hummeln vor euch auf den Blüten sitzen!“ Dann pirscht sich die Gruppe weiter durch die Fläche an der Kietzstrasse in Buchholz, wo der Verein Blühstreifen Beelitz e.V. mit Hilfe der Stadt Beelitz und einiger Landwirte eine der 6 Blühflächen rund um Buchholz und Wittbrietzen angelegt hat. „Acht!“, „Ich habe schon 10!“ Die Kinder übertrumpfen sich begeistert. Der Junge holt sein Handy aus der Tasche, fängt an zu fotografieren, zeigt stolz die Ergebnisse. Richtig gute Fotos! Mit super Blick für die wesentlichen Details.

Hummel auf Bienenfreund, Foto von Bixente Baum

Auf 2,5 ha, zur Verfügung gestellt von der Agrar Buchholz GmbH, bewirtschaftet vom Spargelhof Klaistow, blüht es jetzt Anfang Juni in weiß, gelb, orange und blau. Und es summt in allen Tonlagen, über den Pflanzen schwirren Mehlschwalben, die nach den Insekten jagen. Der Regen der letzten Wochen war dringend nötig. Im Mai wurde gesät und so sieht die Entwicklung aus:

Aussaat im Mai 2017

Anfang Juni 2017

Mitte Juni 2017

Ende Juni 2017

Anfang Juli nach dem Regen

Auf dieser Fläche sind 4 verschiedene Blühmischungen ausgesät, die mit Hilfe von Netzwerk Blühende Landschaft, als Teil eines deutschlandweiten Projektes BienenBlütenReich ausgewählt wurden, weshalb sich diese Fläche besonders anbietet für Führungen. Die nächste Wanderung, die vom Verein kostenlos angeboten wird, findet am Sonntag, den 5.8. 17 statt. Treffpunkt ist wieder der Bahnhof Buchholz/Zauche 14 Uhr.

Am 3.9. 17 organisiert der Verein Blühstreifen Beelitz e.V. eine große Veranstaltung zu der die beteiligten Partner anwesend sein und Vorträge rund um das Projekt halten werden. Dieses werden sein: Stadt Beelitz, Naturpark Nuthe-Nieplitz, Netzwerk Blühende Landschaft, die Landwirte Buschmann&Winkelmann, Agrar KG Wittbrietzen. Die Wildkräuterkiste wird über Essbares am Wegesrand berichten. Auch Exkursionen zu den anderen Blühflächen werden angeboten.

Kerstin Pahl




Und das kam so, die Saat

Und das kam so, die Saat:

280 Ps in der Buchholzer Kietzstrasse

280 PS steuert Danilo Malaschewski mit angehängtem „Driller“ durch die Kietzstrasse in Buchholz auf seinem Weg zur „Fläche“. Michael Baltruschat begleitet ihn mit diversen Tüten und Kartons auf seinem Geländewagen. Es sind 4 verschiedene Blühmischungen, die von April bis Ende Juni ausgebracht werden müssen und damit Teil eines deutschlandweiten Projektes BienenBlühtenReich des Netzwerkes Blühende Landschaft zur Rettung von Bienen und nektarsaugenden Insekten darstellen.Die Landwirte Buschmann-Winkelmann, zu deren Team die zwei Männer gehören, und Jürgen Frenzel aus Wittbrietzen haben zusammen gut 12 ha Land aus ihren Pachtflächen für Blühwiesen für dieses Projekt zur Verfügung gestellt.

Zuordnen der verschiedenen Blühmischungen

Die Blühmischungen werden zugeordnet, die Drillmaschine wird für einen Probelauf befüllt. Allerdings geht es noch nicht auf die Fläche, die Körnchen, ca. 40 verschiedene, werden wieder aufgefangen und mit den gemessenen Gewichtswerten wird der Bordcomputer gefüttert, damit die vorgeschriebene Menge GPS-gesteuert an seinen Platz gesät wird. „Wir betreten hier auch Neuland“, sagen die Männer. „Mais, Getreide, Raps, das machen wir sonst immer, aber bei Blühmischungen (Lichtkeimer) müssen wir schon besondere Einstellungen finden.“ Dann fährt das Gerät auf die Fläche, hält aber nach einigen Metern wieder an, um das Ergebnis noch einmal zu kontrollieren.

Alles OK, so soll es aussehen

Alles OK, so soll es aussehen.

Vier verschiedene Mischungen werden ausgebracht, die Namen wie FAKT M1 (Förderprogramm für Agrar, Klimaschutz und Tierwohl), Tübinger Mischung – beides einjährigen Mischungen – Blühende Landschaft und Bienenweide Nord Ost tragen. Der QR-Code auf den Schildern, mit Handy und Tablet gescannt, bringt den Betrachter direkt auf die Website mit den Erklärungen. Abgestimmt wurde das Projekt von Kerstin Pahl mit dem Netzwerk Blühende Landschaft, dem Naturpark Nuthe-Nieplitz und diversen Herstellern. Die Stadt Beelitz hat das Projekt unterstützt, ebenso der Gemeinnützige Dorfverein Buchholz/Zauche e.V., sowie auch schon einige Privatpersonen.

Der Verein Blühstreifen Beelitz i.G. begleitet dieses Projekt mit seiner Website: www.bluehstreifen-beelitz.de.

Der weitere Zeitplan sieht öffentliche, kostenlose Führungen zu den Blühflächen vor (Termine stehen im Kalender für Android und Mac OS zum Download bereit), zu denen neben interessierten Mitmachern auch Vertreter der Politik eingeladen werden. Denn es gibt in Brandenburg leider noch keine Förderungen für das Anlegen von Blühstreifen, wie das in anderen Ländern der Bundesrepublik schon der Fall ist.

20% bis 40% Verluste an Bienenvölkern im letzten Winter, was eine Steigerung von 100% bedeutet, sprechen eine eindeutige Sprache. Im Frühling ist der Tisch für Bienen reich gedeckt, aber im weiteren Verlauf des Jahres nimmt die Vielfalt an Blumen ab, grüne „Golfrasenflächen“ stellen für nektarsaugende Insekten geradezu eine „Grüne Wüste“ dar, denn es gibt darauf keinerlei Nahrungsangebot. Und so gehen viele Bienenvölker „hungrig“ und geschwächt in den Winter.

Abhilfe sollen hier die Blühstreifen bringen, auf denen blühende Pflanzen gemischt wachsen, die vom Frühling, über den Sommer bis in den Spätherbst hinein Blüten tragen, die genug Nahrung für Bienen und Insekten zur Verfügung stellen.

Fertig bestelle Blühwiese

Blühfläche an der Buchholzer Kietzstrasse. Nun braucht es etwas Regen und Geduld, dann sieht es so aus, wie auf dem Bild oben auf der Seite, fotografiert am 8.6.2017, auf der 6 Wochen früher ausgesäten Blühwiese an der B2, Buchholzer Mühle.

Kerstin und Lutz Pahl