Tag des Artenschutzes

Sie fliegt wieder in unseren Gärten – die Blaue Holzbiene

Unser Beitrag zum Tag des Artenschutzes 3.3.2021

von Gisela Baumann

Sie sind schon wach ! Seit Ende Februar kann man unsere größte Bienenart, die Blaue Holzbiene, in den Beelitzer Gärten wieder fliegen sehen. Unverwechselbar durch ihren fast 3 cm langen pelzigen violett-schwarzen Körper und die glänzend violetten Flügel.

Blauschwarze Holzbiene
Blauschwarze Holzbiene

Die Holzbiene (Xylocopa violacea) ist ein wärmeliebendes Insekt, das erstmals in den 1960er Jahren in Süddeutschland auftauchte. Seitdem hat sie sich auch nach Ost- und Norddeutschland ausgebreitet und ist nun Teil unserer heimischen Artenvielfalt. Kurz: ein nützlicher und höchst friedliebender Einwanderer. Holzbienen bewegen sich hummelartig, nisten in totem Holz und bestäuben Blüten auf Wiesen und in Gärten. Interessantes Detail – anders als Honigbienen bilden Holzbienen keine Staaten. Sie haben keine Vorrichtungen an ihren Beinen, um Pollen zu transportieren. Sie nehmen den Pollen mit den Kiefern auf und transportieren ihn im Kropf.

Blauschwarze Holzbiene
Blauschwarze Holzbiene

Am 3. März ist der Internationale Tag des Artenschutzes. Er erinnert an die Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzabkommens am 3. März 1973, dem bisher mehr als 85% aller Staaten beigetreten sind. Wir wollen diesen Aktionstag zum Anlass nehmen, um auf die Schutzbedürftigkeit wildlebender Tiere und Pflanzen hinweisen. Hast Du die Blaue Holzbiene schon in Deinem Garten beobachtet? Wenn Du mehr über Holzbienen wissen möchtest, HIER gibt es weitere Informationen. Und wenn Du dieses schöne Insekt auch in Zukunft in Deinem Garten beobachten willst, lasse etwas totes Holz an einem sonnig trockenen Ort liegen. Die Holzbiene wird sicher bald einziehen ;).
HIER findest Du Anregungen, wie Du Deinen Garten bienenfreundlich gestaltest. Beim Blühstreifen Beelitz e.V. findest Du Angaben zu Pflanzen (Stauden, Sträucher, Bäume), die in Deinem Garten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer heimischen Bienenarten leisten können.

Hier könnt Ihr die Holzbiene in einem kleinen Film von Marc Rosenthal (grüner OV Beelitz) beobachten:

Gisela Baumann




Blühstreifen-Beelitz e.V. sagt DANKE

Ein denkwürdiges und besonderes Jahr geht zu Ende. Wir möchten ihnen und ihren Familien von Herzen Gesundheit, Zuversicht und Mut wünschen. Wir wünschen, trotz der Umstände ein freudiges Weihnachtsfest und einen entspannten Jahreswechsel. Die großen gemeinsamen Feiern werden in der uns bekannten und gewohnten Form wohl diesmal nicht stattfinden können, und so wünschen wir ihnen dennoch schöne und gelungene Feiertage.



Gleichzeitig möchten wir die Gelegenheit nutzen, und uns bei unseren vielen Unterstützer*innen  bedanken. Wir bedanken uns herzlich bei den Landwirt*innen und bei den vielen Privatpersonen, die auch in diesem Jahr für mehr Insektenlebensräume und damit auch für mehr Artenvielfalt gearbeitet haben. Wir danken der Stadt Beelitz, zahlreichen Beelitzer Firmen und unseren Mitstreitern aus anderen Vereinen und Institutionen. Beispielhaft sollen hier der Baumwipfelpfad Beelitz Heilstätten, die KW Development Refugium Beelitz, das Autohaus Schneider und Social Impact genannt werden. Wir danken für ihre Unterstützung und für ihre Spenden.

Dank an Beelitzer Firmen
Dank an Beelitzer Firmen

Die Corona-Krise hat die Klimakrise überlagert und das 6. Große Artensterben geht fast ungebremst weiter. Dies dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, und wir werden auch im nächsten Jahr für mehr Biodiversität und Artenschutz kämpfen. In der Facebook-Gruppe Fichtenwalde wurde letztens die Frage diskutiert, wer in diesem Jahr eigentlich noch Igel gesehen hat? Das gleiche betrifft auch Schmetterlinge und Feldvögel vor unserer Haustür.

In einer unlängst veröffentlichten neuen Studie aus Baden-Württemberg geht man davon aus, dass die Insekten bereits um 95 % zurückgegangen sind. Obwohl vielerorts bereits Anstrengungen unternommen werden, um die Bedingungen zu verbessern.

Wir können bei der Gestaltung unserer Gärten etwas tun. Schottergärten, mit Folien abgedichtet und bestehend aus Kies und exotischen Gräsern bieten einheimischen Tieren keine Nahrung. Mähroboter verletzen und töten Igel und Kleinlebewesen, Laubhaufen, wilde Ecken oder Totholz hingegen bieten Lebensräume. Wildpflanzen, wie Margeriten, Flockenblumen, Königskerzen oder Natternkopf bieten durch Pollen und Nektar Nahrung.

Lebensbäume und Zypressen, alle Koniferen oder  Forsythien hingegen sind ökologisch gesehen tot. Auch Eisblumen und Begonien bringen ökologisch keine Punkte.

Besser Kornellkirschen pflanzen
Besser Kornellkirschen pflanzen
So bitte nicht
So bitte nicht

Ein paar einfache Regeln können viel bewirken. „Bienen würden ungefüllt kaufen“. Wählen Sie z.B. die ungefüllten Sorten einer Art. Staubgefäße wurden bei den Gefüllten weg gezüchtet, schlecht für alle Lebewesen die auf Nahrungssuche sind. So sind Wildrosen besser geeignet als Edelrosen, Wildtulpen besser als Zuchttulpen.

Wildtulpen
Wildtulpen

Das betrifft auch Stockrosen oder Pfingstrosen. Besser beim Gärtner als im Baumarkt kaufen und wenn möglich Bio wählen. Denn bereits das Saatgut ist oftmals mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die in der Blüte dann immer noch Schaden anrichten können. Aus „insektenfreundlich“ kann dann leicht „insektentödlich“ werden. Also freuen wir uns auf die nächste Gartensaison, natürlich torffrei und hoffentlich mit vielen bunten, geflügelten Helfern.

Wir können etwas tun und dabei sollten wir zusammenhalten und zusammenarbeiten. Das wäre mein Wunsch für 2021. Wir unterstützen Sie gern.

Auch benötigt der Verein Spenden.