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Danke für 2021

2021: Blühstreifen Beelitz sagt „Danke“

In Beelitz wird derzeit so viel gepflanzt wie nie. Im Bereich des LAGA-Geländes wurden unzählige Bäume und Sträucher in die Erde gebracht. Zwiebeln und Stauden werden massenhaft im nächsten Jahr erblühen und in allen Farben leuchten. Ich freu mich drauf und wenn die Schönheit ohne Pflanzenschutz- und Spritzmittel auskommt, dann ist auch den Insekten und Kleintieren geholfen. Beelitz hat sich zu unser großen Freude soeben zur pestizidfreien Kommune erklärt.

Im Rahmen des Projektes Wildpflanzendörfer haben wir in Elsholz eine Frühblüher-Pflanzaktion organisiert. So trafen sich nach Einladung des Ortsbeirats im Oktober zahlreiche Familien mit Schippen, Spaten und Gießkannen und halfen bei der Aktion. „Welche Seite der Zwiebel kommt nochmal nach unten, die spitze oder die runde?“, fragt Noah, der mit seinem Papa gekommen ist. Mehrere Hundert Zwiebeln von Krokussen und Narzissen sind am Ende unter den Eichen vergraben und warten auf den Frühling. Ganz schön anstrengend, denn die Erde ist hart und viele Löcher müssen 15 cm tief werden. „Wir sind auf das blühende Ergebnis gespannt und danken allen fleißigen Helfern für ihren Einsatz“, sagt Claudia Fromm. Ihre Tochter wollte unbedingt mit dabei sein.

In Buchholz geht die Baumpflanzung entlang des Weges nach Birkhorst weiter. 50 weitere Gehölze ergänzen die Apfelbaumreihe aus dem letzten Jahr. Zu den verwendeten Arten gehören diesmal hauptsächlich Wildapfel und Wildbirne, die besonders gut an den Klimawandel angepasst sind.

Der „Mann der Stunde“, d.h. in diesem Fall der Mann der praktischen Arbeit ist wieder der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Steffen Liche aus Rieben. Vielen Dank!

Möglich wurde die Aktion durch die Zusammenarbeit mit der Agrargesellschaft Buchholz mbH als Fördermitteladressat. Herr Wunderlich half uns bei der Durchführung der Fördermittel des Landkreises Potsdam-Mittelmark und erteilte als Landnutzer die Genehmigung zur Pflanzung. Die Mittel stammen aus der Klimaschutz-Richtlinie und sind für Erosionsschutzpflanzungen in der Landwirtschaft gedacht. Solche Bäume und Sträucher strukturieren die Landschaft und können außerdem den Wind abbremsen. Damit helfen sie den Boden festzulegen und verhindern, dass fruchtbare Bodenbestandteile davonfliegen. Die Gehölze bieten gleichzeitig Insekten, Vögeln und Kleintieren Schutz und Nahrung.

Unser Dank geht gleichermaßen an den Eigentümer der Wege, die Stadt Beelitz.

Wir danken allen Beelitzer Bürgern, Unternehmen und der Verwaltung für ihre Unterstützung, ihre Spenden, ihren Zuspruch, ihre Ideen und ihr Engagement für mehr Artenschutz.

Wir danken für Ihre Bereitschaft, Neues zu entdecken und neue Wege zu gehen. Ohne diese Eigenschaften wie Ihre Neugier und Ihr Zupacken gäbe es keine Veränderungen. Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit, gute Gesundheit und ein gutes 2022.

Kerstin Pahl




Zukunftshaus

Besuch von Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Hoher Besuch am Zukunftshaus der DEGEWO in Berlin- Lankwitz. Svenja Schulze (SPD), unsere Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sprach u.a. mit dem Vorstand des Vereins Blühstreifen Beelitz e.V. über den Gemeinschaftsgarten in der Havensteinstraße 20 sowie die dort entstandene Blühfläche, den Insektenschutz, Klimaschutz und die 17 Goals für Nachhaltigkeit.

Markus Wöhrmann erläutert seine Arbeit im Gemeinschaftsgarten

Zusätzlich ging es auch um die Förderprogramme des Bundes zum Insektenschutz.

Mit dabei war auch Ruppert Stüwe (SPD), Kreisvorsitzender der SPD Steglitz-Zehlendorf, Mirjam Golm (SPD), Kandidatin für das Abgeordnetenhaus in Berlin-Zehlendoorf, Wahlkreis 5 und Sandra Wehrmann, Vorstandsmitglied bei Degewo.

Kerstin Pahl und Svenja Schulze
Kerstin Pahl und Svenja Schulze
Im Gespräch mit Svenja Schulze
Laura Friedel und Markus Wöhrmann vom Verein Blühstreifen Beelitz e.V.



LAGABeelitzBlütenseife

ein Projekt von Gabi Sußdorf und Katja Benke vom Kreativnetzwerk FlämingSchmiede

Gabi Sußdorf ist die Betreiberin von GabiS Seifen-Manufaktur in Jeber-Bergfrieden. Immer wieder überrascht sie nicht nur mit liebevoll handgefertigten Schönheits- und Pflegeprodukten, sondern auch mit tollen Workshops, Kulturevents und neuen, kreativen Ideen.

Foto: Katja Benke

Weil in Beelitz im nächsten Jahr die Landesgartenausstellung (LAGA) stattfinden wird, möchte sie eine ganz besondere Beelitzer Blütenseife kreieren. So kamen wir ins Gespräch und schnell war entschieden, dass in unserem Garten für die LAGA-Seife Blühstreifen- Ringelblumen gepflückt werden sollten.

Ein kleines Feld wurde zu diesem Zweck inmitten des Gemüsegartens angelegt, denn verschiedene Farben und Formen der Ringelblume sollten die Attraktivität der Aktion noch erhöhen.

Katja Benke vom Kreativnetzwerk Flämingschmiede begleitete unser Treffen mit fachgerechtem Kamerablick und treffenden Texten.

Foto: Katja Benke

Unser Sammel- und Pflücktag verging bei guten Gesprächen und einem Blüten-Frühstück wie immer viel zu schnell. Wir freuen uns sehr auf das Ergebnis und das Fest der Sinne in Beelitz 2022.

Foto: Katja Benke



Rettung von Jungstörchen

Es sollte ein relaxter Samstag werden, schließlich waren 34°C angesagt, aber es kam anders!

Das Telefon klingelte, Frau Schneidewind aus Luckenwalde ist dran und sagte, dass wir ihre letzte Hoffnung seien. Vor ihrem Haus in der Spandauer Straße ist ein Storchennest und seit 14 Tagen füttert nur noch ein Altstorch und das auch nur gelegentlich. Ein Jungstorch war bereits wegen Futtermangel aus dem Nest geworfen und von der Feuerwehr mit gebrochenem Flügel nach Potsdam gebracht worden. Und nun haben die Anwohner schon seit längerem keinen Altstorch mehr gesehen und auch von den Jungstörchen zeigt sich keiner mehr am Rand. Und ihre Tochter weint und besteht darauf, dass die Mutter etwas tun müsse!

Eintreffen am Storchennest
Eintreffen am Storchennest

Kerstin Pahl ist nicht nur Vorsitzende des Vereins Blühstreifen Beelitz, sondern auch Storchenbeauftragte des Landes Brandenburg für den Altkreis Luckenwalde und seit vielen Jahren mit dem Erfassen der Storchenpopulation im Gebiet beschäftigt und so hat sich ihre Telefonnummer im Laufe der Jahre als so etwas, wie die Anlaufstelle für Notfälle verbreitet. Sie weiß natürlich, was zu tun ist und wer zuständig ist, in diesen Fällen eine Entscheidung zu treffen. Sie ist gut vernetzt und kennt alle Telefonnummern der jeweiligen Ansprechpartner. Die Entscheidungen müssen in Abstimmung mit den zuständigen Behörden erfolgen. Aber manchmal ist es wie verhext. Die Untere Naturschutzbehörde ist im Wochenende, der Storchenhof Vogelschutzwarte Loburg e.V., der schon oft geholfen hat, ist nicht zu erreichen, und liegt in Sachsen-Anhalt, ein Fall für die Tierkliniken ist unser Fall auch nicht so richtig, also was tun? Uns fällt unser Kontakt zu Falk Witt ein. Der ist ein Falkner und engagierter Naturschützer und hat schon viele Vögel gerettet und später wieder ausgewildert. Früher hat er eine Aufzuchtstation in Körzin betrieben. Vielen ist sicher der einbeinige Storch aus Körzin bekannt, den Falk Witt gerettet hat. Falk Witt ist aber nun seit etlichen Jahren in der Lausitz beheimatet. Aber, ein Anruf, – „Ihr könnt die Jungstörche herbringen, ich werde mich um sie kümmern und zum Vogelzug auswildern“.

Feuerwehr Luckenwalde
Feuerwehr Luckenwalde

Frau Schneidewind hat inzwischen schon eine Verabredung mit der Luckenwalder Feuerwehr getroffen. Herr Pade und Herr Keller kommen mit dem Drehleiterwagen zu 13:30 Uhr in die Spandauer Straße zur Aktion „Rettung der Jungstörche“. Kerstin Pahl fährt mit der Drehleiter mit nach oben, um zu entscheiden, wie es weitergeht. Der Storchenhorst ruht auf einem Stromleitungsmast, was die Annäherung nicht einfacher macht, aber die Feuerwehrleute sind Profis. Eine weitere Gefahr besteht, dass die Jungstörche verängstigt aus dem Nest springen und flugunfähig versterben.

K.Pahl und Feuerwehr am Nest
K.Pahl und Feuerwehr am Nest

Oben bietet sich ein schwierig zu beurteilendes Bild: Drei schlappe, dehydrierte Jungstörche, vermutlich in Angststarre liegen scheinbar leblos in der brütenden Sonne. Vorsichtig werden sie in eine mit einer Decke ausgekleidete Kiste geborgen und sicher zu Boden gebracht.

Herr Pade und Herr Keller Feuerwehr Luckenwalde
Herr Pade und Herr Keller Feuerwehr Luckenwalde

Die versammelte Nachbarschaft freut sich über die Rettung, sind aber auch traurig darüber, dass „ihre“ Störche nun nicht mehr da sind. Unbedingt möchten sie auf dem Laufenden bleiben, was Lutz Pahl verspricht und den QR-Code der Internetseite für neue Informationen über den Zustand der Störche zur Verfügung stellt.

Die Kinder werden diese Aktion nicht vergessen und sich in der Zukunft sicher noch mehr für den Weißstorch interessieren.

Altes Gewölle ausgeworfen
Altes Gewölle ausgeworfen

Ca. zwei Stunden dauert die Fahrt mit der wilden Fracht, die nicht gerade Wohlgerüche verbreitet. „So etwas habe ich noch nie erlebt“ sagt Kerstin Pahl, „dass sich die Tiere nicht irgendwann einmal muxen, oder gar rebellieren oder wenigstens mal die Köpfe hochrecken, nichts!“

Erste Hilfe: Verquirltes Eigelbwasser

In Jänschwalde angekommen, bekommen die Tiere verquirltes Eigelbwasser mit einer Spritze in den Schnabel gegeben. Alle lassen die Prozedur apathisch über sich ergehen. Als der Falkner später Futterküken, die er für seine diversen anderen Greifvögel in seinen Aufzuchtvolieren gottseidank vorrätig hat, den Störchen mit einer langen Breitpinzette anbietet kommt langsam Leben in die Tiere. Sie recken die Köpfe, später fangen sie sogar an, aufzustehen und noch später sogar um die Brocken zu kämpfen. „So muss das aussehen!“ lacht der Falkner „nun haben sie eine gute Prognose. Ich glaube, die schaffen das!“

Langsam kehrt Leben zurück in die Tiere
Nach erster Hilfe kehrt Leben zurüch in die Tiere
Nach erster Hilfe kehrt Leben zurück in die Tiere

Und wir sich endlich sicher, das Richtige getan zu haben. Bei Einbruch der Dunkelheit bringen wir der Feuerwehr ihre ausgeliehene Kiste zurück und bedanken und noch einmal für die gute Gemeinschaftsaktion.

Lutz Pahl




Sensation gegen Schottergärten

Mit einer kleinen Sensation gehen die Beelitzer Grünen heute an die Öffentlichkeit:

Steinlaus
Steinlaus

„Nach geheimen, aber intensiven Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit dem MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge MA, USA haben wir erste Exemplare züchten können und werden diese nun heimlich in Schottergärten aussetzen können“ so Kerstin Pahl, erste Vorsitzende des Ortsverbandes Beelitz von B90/Die Grünen. „Wir erwarten schnellen Erfolg, da die Tiere mit bloßem Auge nicht zu sehen sind aber sehr effekiv arbeiten, zumal ihre Ausscheidungen extrem gute Böden für essbare Wildpflanzen hinterlassen.“ Das Problem Schottergärten ist damit als gelöst zu betrachten und es ist dem Klimawandel damit eine entscheidende Niederlage beigebracht, sagt Lutz Pahl.

Der Erfolg ist wesentlich auf die vorbereitende Forschung von Dr. Gisela Baumann zurückzufühen, die in den USA außergewöhnlich gut vernetzt ist. Aktivisten von BUND, NABU und Greepeace haben unter der Leitung von Michael Holstein in der Nacht begonnen, die Tiere zu verteilen. Also wundern Sie sich bitte nicht, die Tiere sind sehr gefräßig, wie auch schon Prof. Dr. Bernhard Grzimek in den 70er Jahren bewiesen hat. Hier der Forschungsbericht.

Schottergarten 2020Blumengarten
vorher / nachher, bitte urteilen Sie selbst

Besonders wirkungsvoll ist die Behandlung mit Steinläusen, da sie anders als z.B. Wildbienen resistent gegen Neonikotinoide sind, die der Landesbauernverband LBV derzeit trotz EU-Verbots wieder zulassen will und eine Ausnahmegenehmigung für Thiamethoxam beim MLUK beantragt hat. Die anerkannten Naturschutzverbände sind entsetzt!




Schmetterlinge für Heilstätten- Pflanzworkshop mit gebietsheimischen Wildpflanzen

Mehr als 30 gut gelaunte Personen folgten in der letzten Woche unserer gemeinsamen Einladung nach Beelitz Heilstätten zu einer Pflanzaktion. Eingeladen hatten das Social Impact Lab Beelitz sowie der Verein Blühstreifen Beelitz e.V.

Unterstützt wurde die Aktion von der KWD Gebäudeverwaltung, die die Pflanzen gespendet hatte.

Ein bunter Zug mit Bollerwagen, Luftballons, Spaten und Gießkannen in allen Farben pilgerte an diesem Spätsommertag bei herrlichem Sonnenschein durch das Wohnquartier in Heilstätten zum Treffpunkt Social Impact.

20200909_Eröffnung
20200909_Eröffnung

Der Geschäftsführer erwartete die Nachbarn mit Getränken und einer Ausstellung über ihre Arbeit, die durch eine Ausstellung des Vereins ergänzt wurde. Auch der Eiskeller, ein neuer Veranstaltungsraum der KWD konnte heute besichtigt werden. Im Anschluss erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über essbare Wildpflanzen, die auf dem Gelände zu finden sind sowie über die Anlage und Pflege von Blühflächen. Welche typischen Fehler bei der Bodenbearbeitung und Ansaat können den Erfolg trüben und wie kann man bei den Pflegemaßnahmen, z.B. durch Mahd noch gegensteuern um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

20200909_Vortrag
20200909_Vortrag

Welche Pflanzen haben sich bisher auf den Grünflächen des Lab etabliert und warum?

Gemeinsam möchten wir das Wohnumfeld weiter aufwerten, über Wildpflanzen und ihren Wert im Naturhaushalt informieren und ökologische Zusammenhänge vermitteln.

20200909_Kinder
20200909_Kinder

Dann endlich konnten auch die Kleinsten zusammen mit ihren Eltern zur Tat schreiten. Gepflanzt wurden 100 gebietsheimische Wildstauden der Arten Margerite, Wiesensalbei, Heidenelke und Karthäusernelke. Auch natürlicherweise kommt die Heidenelke, Flockenblume und Ochsenzunge hier bereits vor. Schön gelb und zahlreich blüht z.Z. die wilde Rauke. Nachbarn kamen ins Gespräch und ließen den Nachmittag gemeinsam ausklingen. Nun heißt es ab und an wässern, bis die Pflanzen gut angewachsen sind und beobachten ob die Aktion Erfolg hatte. Wir bedanken uns bei den beteiligten Firmen und Sponsoren!




Blühwelle – neue Nieplitz

Was ist denn eine „Blühwelle“?

Die Klimakrise nimmt Fahrt auf und zeigt uns: Lange Trockenzeiten und geringe Niederschläge werden besonders im Land Brandenburg zunehmend zum Problem. Für uns Beelitzer war das zuletzt einige Wochen lang spürbar – die Natur aber leidet schon deutlich länger.

Niedrigwasser, trockenfallende Seen und Flüsse lassen uns unseren Augen kaum trauen.

Bluehwelle
Bluehwelle visualisiert den neuen Verlauf der Nieplitz

Auch die Grundwasserstände sinken massiv. Aber gerade vom Grundwasser hängt unsere Trinkwasserversorgung ab. Die Sorge um das Wasser hat längst begonnen.  Der Wasserrückhalt in der Landschaft muss zu einer Hauptaufgabe werden genauso wie die naturnahe Entwicklung von Gewässern.  Das betrifft auch die Verbesserung der Grundwasserneubildung. Wir müssen Vorsorge treffen für eine stabile Wasserversorgung für unsere und die kommenden Generationen.

Im Frühjahr wurde daher das Renaturierungs-Konzept für die Nieplitz durch das Landesamt für Umwelt, hier Mareike Mertens erstmals vorgestellt und von uns voll unterstützt.

Daraus ist nun ein einmaliges Projekt entstanden! Der geplante, zu renaturierende Verlauf der Nieplitz soll im Bereich Beelitz mit Wildblumen visualisiert werden. Dieses gemeinsame Projekt zwischen dem Verein Blühstreifen Beelitz e.V. und der Gewässerentwicklungsabteilung des Landesamtes für Umwelt soll die LAGA 2022 bereichern.  Im August fand die erste Begehung zwischen dem beteiligten Landwirt, Jürgen Frenzel vom Landgut Hennickendorf, dem Verein und Frau Mertens statt.  Der Naturpark Nuthe-Nieplitz unterstützt das Projekt.

Flächen wurden ausgemessen, die Strecke markiert, Pflanzen ausgewählt, Saatgut besorgt, gefachsimpelt und die Bodenbearbeitung begonnen.

Denn im Herbst 2020 soll bereits die Saat in den Boden. Mehrjährige Arten sollen für längere Blühdauer über den gesamten LAGA-Zeitraum sorgen. Der geplante Mittelwasserstand wird in Blau dargestellt und der Hochwasserbereich in orange.

Für Blau sorgen die Nesselblättrige Glockenblume, Wegwarte, Natternkopf, Gemeine Ochsenzunge, Blauer Lein, Vergissmeinnicht und Wiesen-Storchschnabel, Feldrittersporn sowie Kornblume und für orange stellen wir uns  die Ringelblume vor.

Die Blühwelle sorgt nicht nur für Farbe im Feld, sondern auch für ein reichliches Summen und Brummen.  Direkt am Fahrradweg an der Nieplitzbrücke wird dann ein Eindruck der neuen Nieplitz entstehen.

Damit möchten wir auch in Beelitz die gesellschaftliche Debatte zum Gemeingut Wasser anregen. Eine Infotafel wird pünktlich zur LAGA alles erläutern.

Hier, wie es dann später im Jahre 2021 im Frühling aussieht: https://bluehstreifen-beelitz.de/bluehwelle-ein-jahr-vor-der-laga/




Wildblumen Pflanzaktion in Heilstätten

Einladung 3_9-2020

Einladung 3_9-2020

Hier kannst Du die Einladung zum Ausdrucken herunterladen.

 




Gesucht werden:

Firmen in Beelitz

Das Autohaus Schneider hat unter der Leitung von Sylke Lietz im letzten Jahr hinter der Werkstatt eine Blühfläche angelegt, die nun in diesem Jahr sehr schön blüht und Insekten ernährt.

Autohaus Schneider Blühfläche 1
Autohaus Schneider Blühfläche mit u.a. Färberkamille

Mit dem Hintegrund dieser Erfahrung hatte sich die Geschäftsleitung Anfang 2020 entschieden, die große Rasenfläche vor der Firma nun auch als Blühwiese anlegen zu lassen. 800 m² wurden mit Hilfe einer vom Verein zur Verfügung gestellten Blühmischung, in diesem Falle Rieger & Hoffmann „Beelitzer Mischung“, zusammengestellt in Zusammenarbeit mit der Wildtierstiftung aus Hamburg, als Blühfläche umzugestalten. Nach 6 Wochen wurde ein Schröpfschnitt durchgeführt, da zahlreiche einjährige Unkräuter dominiert haben. Unterdessen hat sich die Fläche ganz prima entwickelt und die ersten Blüten sind zu sehen.

Auch ein Insektenhotel durfte nicht fehlen.

Wir suchen in Beelitz und Umgebung nun Firmen, die auch für mehr Artenvielfalt aktiv werden wollen. Sie unterstützen damit die Stadt Beelitz, die kürzlich dem Verein Kommunen für Biologische Vielfalt beigetreten ist.




Von Weltumseglern und Luftakrobaten

Mauersegler, an einer Säule sich anklammernd [Paul, Carl (Fotograf) Deutsche Fotothek]
Mauersegler, an einer Säule sich anklammernd [Paul, Carl (Fotograf) Deutsche Fotothek]

Der Mauersegler und sein Sohn

segeln sieben Tagen schon.

Bis sie eine Mauer fanden

um darauf zu landen.

Mit diesem Vierzeiler startete Dr. Ernst Paul Dörfler den Mauersegler-Spaziergang durch Beelitz am ersten August 2020. Von Mai bis Anfang August sieht man die Akrobaten der Lüfte z.T. mit über 100 km/h in luftiger Höhe und hört die sri-sri-Rufe. Die Mauersegler verbringen tatsächlich ihr ganzes Leben in der Luft. Selbst im Fliegen schlafen sie, indem abwechselnd mal das eine und dann das andere Auge schläft. Nur für den Nachwuchs (Eier legen, Brüten, Füttern) unterbrechen sie ihre Flüge. Den größten Teil des Jahres verbringen die rastlosen Meisterflieger im Dauerflug über dem afrikanischen Kontinent. Ein festes Winterquartier wie andere Zugvögel suchen sie nicht auf, sondern folgen stets den günstigsten Witterungs- und Nahrungsverhältnissen.

20200801_ DörflerWanderung1
20200801_ DörflerWanderung1

Organisiert vom Verein Blühstreifen Beelitz (https://bluehstreifen-beelitz.de ) fand sich für die Mauersegler-Tour eine engagierte Zuhörerschaft, die das Ziel einte, mehr über diese Vogelart zu erfahren, um wiederum mehr für den Erhalt der Lebensgrundlagen tun zu können.

Gespickt mit Parallelen aus der menschlichen Gesellschaft, wie Wohnungsknappheit und Nahrungsmangel, gelang es dem Ökologen und Buchautor Dörfler die Bedürfnisse der gefiederten Gesellschaft zu verdeutlichen. Wer sich für Blühflächen stark macht, sieht sich oft einer Kritik von Kurzrasen-Gewöhnten ausgesetzt, die Anstoß am „unordentlichen Wildwuchs“ von Blühstreifen nehmen, das durchaus nicht immer der Erwartung einer bunten Blütenpracht entspricht und schon gar nicht, wenn dann auch noch die nackte Erde dazwischen zum Vorschein kommt.

20200801_DörflerWanderung2
20200801_DörflerWanderung2

So erwähnte Herr Dörfler, dass von all den 560 bei uns heimischen Wildbienen-Arten nur etwa ein Drittel in sogenannten „Bienenhotels“ oder ähnlichen Mini-Höhlen in Bäumen oder in totem Holz wohnen. Der überwiegende Teil jedoch braucht kahle, vegetationsfreie Stellen, um dort ihre Erdhöhlen für ihren Nachwuchs zu bauen.

Zum einen ist die Nahrungskette sicher zu stellen: Von Blühflächen über Insekten zu Vögeln. Zum anderen muss die Wohnungsnot der Mauersegler gelindert werden. Eine der Teilnehmerinnen erzählte von der Zusammenarbeit mit einer Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft, die nach der Sanierung der Plattenbauten mit wenig Aufwand Nisthilfen an den Fassaden der Fünfgeschosser anbringt. Im Gegensatz zu Schwalben entfernen Mauersegler den Kot ihres Nachwuchses aus der Nestumgebung, sodass Menschen keine Sorgen haben müssen, dass ihre Hauswände verschmutzt werden.

Am Ende des zweistündigen geführten Spaziergangs gingen die knapp zwanzig Interessierten reichlich beschenkt mit Einblicken in die erstaunliche wie bedrohte Welt der segelnden Zeitgenossen heimwärts. Die einen erstanden noch ein Buch aus der Feder von Herrn Dörfler, die anderen waren angeregt, einen Blühstreifen oder eine Nisthilfe selbst zu schaffen.

Dafür braucht es nicht viel.
Die Anleitung zum Bau eines Nistkastens oder bereits vorgefertigte Nistkästen finden sich im Internet.

Zu den Aktivitäten von Herrn Dörfler sei seine Webseite empfohlen: https://elbeinsel.de bzw. seine am 9. August 2020 um 22 Uhr ausgestrahlte Insektensendung, die ggf. in der MDR-Mediathek zu finden ist:  https://www.mdr.de/insektensommer/video-dokumentation-wie-geht-es-unseren-insekten-100_zc-e70cbe50_zs-6b283c58.html?fbclid=IwAR3eLiNRXm5WK-gY2CA06onQe9Ng4N294jFRNV3x6klSSjEowG6Z3HPamxU

Antje Sachs




Weltumsegler in Beelitz – Mauersegler mit E.P. Dörfler

Die Weltumsegler von Beelitz

Zu einem öffentlichen Spaziergang unter dem Motto: Besuch der „Weltumsegler in Beelitz“ lädt der Verein Blühstreifen Beelitz e.V. am Samstag, den 1. August 2020 um 14.00 Uhr ein. Hauptattraktion sind die Mauersegler der Stadt, die ihr Leben fast ausschließlich in der Luft verbringen und im Laufe ihres Lebens eine Flugstrecke zurücklegen, die fünfmal von der Erde bis zum Mond und zurück entspricht.

Speziell für diese Führung hat der Verein den EuroNaturpeisträger und Ökologen Dr. Ernst Paul Dörfler aus Steckby gewinnen können. In seiner unterhaltsamen wie informativen Art plaudert er aus dem Liebes-, Ehe- und Familienleben der Weltenbummler, die auch in Beelitz eine Brutheimat gefunden haben.

Mauersegler

Mauersegler

Was gefällt den rasanten Seglern der Lüfte gerade an der Stadt Beelitz und was sind ihre Lebensansprüche?

Common swift Mauersegler

Common swift Mauersegler

Warum geht ihre Anzahl in Deutschland zurück und was können wir tun, um diese faszierenden Botschafter der Natur zu unterstützen?

Dörfler hat bereits vier Bücher über das Leben der Vögel veröffentlicht, zuletzt beim Hanser-Verlag München den Spiegel-Bestseller „Nestwärme. Was wir von Vögeln lernen können“.

Cover mit Portrait E.P. Dörfler

Cover mit Portrait E.P. Dörfler

Treffpunkt der anderthalbstündigen Führung ist der Bahnhof Beelitz (rechts vor dem Eingang zum Essbahnhof).




Weltumsegler von Beelitz

Die Weltumsegler von Beelitz

Zu einem öffentlichen Spaziergang unter dem Motto: Besuch der „Weltumsegler in Beelitz“ lädt der Verein Blühstreifen Beelitz e.V. am Samstag, den 1. August 2020 um 14.00 Uhr ein. Hauptattraktion sind die Mauersegler der Stadt, die ihr Leben fast ausschließlich in der Luft verbringen und im Laufe ihres Lebens eine Flugstrecke zurücklegen, die fünfmal von der Erde bis zum Mond und zurück entspricht.



Mauersegler
Mauersegler

Speziell für diese Führung hat der Verein den EuroNaturpeisträger und  Ökologen Dr. Ernst Paul Dörfler aus Steckby gewinnen können. In seiner unterhaltsamen wie informativen Art plaudert er aus dem Liebes-, Ehe- und Familienleben der Weltenbummler, die auch in Beelitz eine Brutheimat gefunden haben. Was gefällt den rasanten Seglern der Lüfte gerade an der Stadt Beelitz und was sind ihre Lebensansprüche? Warum geht ihre Anzahl in Deutschland zurück und was können wir tun, um diese faszierenden Botschafter der Natur zu unterstützen?

Cover mit Portrait E.P. Dörfler
Cover mit Portrait E.P. Dörfler

Dörfler hat bereits vier Bücher über das Leben der Vögel veröffentlicht, zuletzt beim Hanser-Verlag München den Spiegel-Bestseller „Nestwärme. Was wir von Vögeln lernen können“.

Treffpunkt der anderthalbstündigen Führung ist der Bahnhof Beelitz (rechts vor dem Eingang zum Essbahnhof).




Klotzbeuten bezugsfertig

Auch die Klotzbeuten aus unserem Bienenbeutenworkshop sind ihrer Bestimmung übergeben worden. Am Ortsausgang von Buchholz, neben der Steinkauzvoliere sind sie zu besichtigen. Unsere Beelitzer ImkerInnen werden sie mit Bienen besetzen und sich um die Tiere kümmern.

Eine Klotzbeute oder auch Klotzstülper ist eine künstliche, vom Menschen hergestellte Bienenbehausung, die aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht. Klotzbeuten gehören zu den ältesten künstlichen und transportablen Bienenwohnungen. Sie markieren den Übergang zur planmäßigen Bienenhaltung, der Imkerei.




Gründach übergeben

Unser Gründachprojekt ist nun abgeschlossen, und die Übergabe an den Ortsbeirat von Reesdorf fand statt. In einer letzten Aktion fand die Bepflanzung mit Sedum statt und Wildpflanzensamen wurden gesät. Totholz und Feldsteine geben Struktur als zusätzliche Lebensräume, Marc Rosenthal aus Schäpe half uns bei unserem kleinen Filmprojekt zu dem Thema, das Ergebnis ist sehr sehenswert und unter https://youtu.be/9uAGiQ-lHCY zu bewundern.




Tag der Nachbar*Innen

Am 29.5. wird deutschlandweit der Tag der Nachbar/innen begangen, der von der Nachbarschaftsstiftung gefördert wird. Der Bundespräsident hat in Berlin die Initiative besucht. Nachbar*Innen lernen sich in gemeinsamen Aktionen besser kennen, helfen einander und unterstützen sich gegenseitig.

Wir haben zum Tag der Nachbarn einen Schmetterling ins Spargelland gezaubert und mit einer Familienwanderung einen magischen Nachmittag erlebt, mit Gaukelei und einer poetischen Performance des Zirkus Pan Panazeh.

Alle Buchholzer Familien waren eingeladen, den geplanten Lehrpfad über 5 km mit Abstand (wegen Corona) zu gehen. Der Weg war nur in einer Richtung festgelegt, so dass keine Begegnungen stattfinden konnten. Alle reisten ohne Auto an, kamen zu Fuß, oder per Fahrrad direkt aus dem Ort.

Die Sitzgruppe auf der Hälfte der Strecke und 2 Infotafeln stammen aus einer Spende des Naturparks Nuthe Nieplitz. Zum Tag der Nachbar/innen hatten wir sie schön geschmückt, und mit viel Platz für eine ganze Schulklasse lädt sie auch zukünftig zum Verweilen und Beobachten ein. Weitere Elemente sollen folgen.

Sitzgruppe fertig geschmückt
Sitzgruppe fertig geschmückt

Da erstmal nur die Träger für die Tafeln stehen und die eigentlichen Infotexte später folgen sollen, haben die Kinder aus unserem Dorf Bilder und Fotos gestaltet, die diese Tafeln übergangsweise verschönern werden. Sie haben sich die Frage gestellt, was sich verändern müsste, dass hier wieder Blumen wachsen und Tiere leben können, die selten geworden sind. Ein Junge stellte fest „Der Spargel muss weg“.

Bilder der Kinder
Bilder der Kinder

Auf diesem Abschnitt des Lehrpfades gibt es bereits viele Kompromisse zwischen den hier wirtschaftenden Landwirten und der Natur und es werden immer mehr. Es braucht gegenseitiges Verständnis für gute Lösungen. Im Grünlandstreifen, der hier wachsen darf und als einer dieser Kompromisse selten gemäht wird, fanden Aurin und Maria sogar eine Gottesanbeterin.




Nahrung contra Natur?

Vieles gilt es nach Corona zu überdenken und zu verändern. Krisen, die sich in vielen Bereichen schon lange angedeutet hatten, brechen nun mit großer Wucht aus und lassen sich nicht länger ignorieren oder verdecken. Jede/r kennt aus ihrem/seinem Lebensumfeld nun Beispiele dafür. Wichtig ist neben einer längst überfälligen Agrarwende auch ein Umfeld, in dem man sich gern sportlich betätigt und seine Freizeit verbringen möchte. Vor allem in Zeiten, in denen wir eher zu Hause bleiben müssen.



Wir leben im Naturpark, Schutzgebiete umgeben uns und dennoch erfüllt die Landschaft vor unserer Haustür diese Kriterien nur selten. Denn die Landschaft ist auch ein Industrieraum, für landwirtschaftliche Industrie, die unsere Lebensmittel erzeugt. Wie in den vielen anderen Bereichen auch, müssen wir auch hier Kompromisse aushandeln, die allen Ansprüchen gerecht werden. Damit beschäftigt sich der geplante Naturlehrpfad zwischen Buchholz und Birkhorst.

Naturlehrpfad? Hier? Was will man denn hier lehren? Da gibt es aber schönere Gegenden! Das ist sicher richtig, aber diese Landschaft ist typisch für viele Ortsteile im Spargelland. Und es muss ja nicht so bleiben. Der Anfang ist gemacht. Der Naturpark Nuthe-Nieplitz, das Land Brandenburg und die Stadt Beelitz unterstützen unser Projekt und am Ende können wir vielleicht doch auch noch etwas lernen über diese Gegend.