Ausgabe August 2026 - Zeit der Ernte
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    🌿 Editorial

    Liebe Leserinnen und Leser,

    Der August ist der Höhepunkt des Sommers. Während die Tage langsam wieder kürzer werden, zeigt unsere Kulturlandschaft ihren ganzen Reichtum. Freuen Sie sich auf Geschichten von flügge gewordenen Weißstörchen, erntereifen Feldern, neugierigen Kindern und den Farben des Sommers, die sich sogar einfangen lassen.

    Mit dieser Ausgabe möchten wir Sie wieder mitnehmen auf eine kleine Entdeckungsreise durch unsere Natur. Gleichzeitig möchten wir Menschen zusammenbringen, die sich für Natur, Artenvielfalt und unsere Region begeistern. Die Blühstreifen-Post soll Schritt für Schritt zu einem Netzwerk werden, in dem Erfahrungen, Ideen und Naturbeobachtungen ausgetauscht werden können.

    Deshalb laden wir Sie herzlich ein, selbst aktiv zu werden. Ob in den Rubriken „Mitmachen“, „Fundstück des Monats“ oder „Foto des Monats“ – wir freuen uns auf Ihre schönsten Naturbeobachtungen, kreativen Ideen und kleinen Geschichten aus Beelitz und der Region. Gemeinsam können wir zeigen, wie vielfältig unsere Kulturlandschaft ist.

    Und noch ein kleiner Ausblick: Der neue Flyer für unseren Naturlehrpfad befindet sich derzeit in der Fertigstellung. In der nächsten Ausgabe stellen wir ihn ausführlich vor und nehmen Sie mit auf eine spannende Entdeckungstour.

    Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen, Entdecken und Mitmachen!

    Ihre
    Kerstin Pahl
    Vorsitzende Verein Blühstreifen Beelitz e.V.

    Jungstörche im Horst in Lühsdorf

    🕊 Aktuelles – Ergebnisse der Weißstorchzählung 2026: Ein erfolgreiches Storchenjahr

    Mit dem August beginnt für unsere Jungstörche der Aufbruch in den Süden. Bevor sie sich auf ihre lange Reise nach Afrika machen, werden jedes Jahr alle Horste kontrolliert und die Brutergebnisse erfasst. Als ehrenamtliche Storchenbetreuerin zähle ich die Weißstörche im Altkreis Luckenwalde. Erfasst werden die besetzten Horste sowie die Zahl der flügge gewordenen Jungstörche. Die Daten werden an das Landesamt für Umwelt übermittelt und fließen in die landesweite Auswertung der Storchenbestände ein.

    Das Ergebnis kann sich in diesem Jahr sehen lassen: Von 27 besetzten Storchenhorsten wurden 59 Jungstörche flügge. Besonders erfreulich waren mehrere Dreier- und Viererbruten sowie sogar eine seltene Fünferbrut. Solch große Bruten sind außergewöhnlich und zeigen, dass die Altstörche ausreichend Nahrung für ihren Nachwuchs finden konnten. Sie sind damit auch ein wichtiger Hinweis auf die Qualität unserer Kulturlandschaft als Lebensraum für den Weißstorch.

    Nun beginnt für die jungen Störche das größte Abenteuer ihres Lebens, der Weg in ihre afrikanischen Winterquartiere.

    Storchenjahre 2024-2026
    Zahlen für 2026 vorläufig
    Herr Voigt bei der Storchenzählung an seinem Storchenhorst in Lühsdorf

    👤 Menschen für die Natur –
    Herr Voigt und „seine" Störche in Lühsdorf

    Bei unserer diesjährigen Storchenzählung haben wir in Lühsdorf Herrn Voigt getroffen – einen Menschen, für den die Störche längst zum Jahreslauf dazugehören. Seit vielen Jahren beobachtet und begleitet er „seine“ Störche und freut sich jedes Frühjahr auf ihre Rückkehr.

    Die Geschichte des Horstes begann vor 18 Jahren mit der Geburt seiner Enkeltochter. Damals errichtete Herr Voigt den Mast mit dem Storchenhorst, nachdem die Störche zuvor auf einem kaputten Schornstein gebrütet hatten. Schon immer verfolgt er aufmerksam das Geschehen hoch oben auf dem Nest.

    Auch in diesem Jahr gab es einiges zu beobachten: Das Storchenpaar zog drei Jungstörche groß. Für Aufregung sorgte zeitweise ein dritter Storch, der das Paar am Horst immer wieder attackierte. Umso größer ist die Freude über den erfolgreichen Nachwuchs.

    Für Herrn Voigt gehören die Störche inzwischen einfach zu seinem Zuhause – und jedes Frühjahr beginnt mit der spannenden Frage: Wann kommen sie wieder?

    🌾 Titelgeschichte – Vom Korn zum Brot:
    Roggen selbst dreschen und mahlen

    Wie wird aus einer Roggenähre eigentlich Mehl und später ein knuspriges Brot oder Brötchen? Dieser Frage sind wir gemeinsam mit Kindern am Naturlehrpfad nachgegangen. Auf der Sitzgruppe direkt am Roggenfeld nahmen wir uns die Zeit, die einzelnen Arbeitsschritte mit den Kindern selbst auszuprobieren. Im Hintergrund rief dazu eine Wachtel im Kornfeld.

    Mit einem Taschenmesser, zwei Steinen und ein paar reifen Roggenähren erkundeten wir wie aus Getreide Mehl entsteht – ganz so, wie es Menschen schon vor vielen Jahrhunderten gemacht haben.

    Die Ähren wurden geschnitten, die Körner vorsichtig aus den Ähren gelöst und anschließend zwischen zwei Steinen zu feinem Mehl vermahlen. Mit großer Begeisterung probierten die Kinder selbst aus, wie viel Geduld und Kraft früher nötig waren, um aus einem Korn schließlich Brot herstellen zu können.

    Unsere Landschaft ist vielfältig. Sie bringt nicht nur Nahrung für uns Menschen hervor, sondern ist auch Lebensraum für Wildblumen, Insekten, Feldvögel und viele andere Arten.

    🌼 Pflanze des Monats – Ringelblume:
    Die Sonnenblume des Bauerngartens

    Mit ihren leuchtend gelben und orangefarbenen Blüten gehört die Ringelblume zu den beliebtesten Gartenblumen. Sie ist nicht nur eine wertvolle Nahrungsquelle für Wildbienen, Schwebfliegen und andere Insekten, sondern seit Jahrhunderten auch als Heil- und Küchenpflanze bekannt. Salben aus den Blüten sollen die Wundheilung fördern und in Teemischungen ergeben die farbenfrohen Blütenblätter tolle Akzente.

    Die essbaren Blütenblätter verleihen Salaten, Butter, Kräuterquark oder Blütensalz eine natürliche Farbe und einen leicht würzigen Geschmack. Gleichzeitig lässt sich die Ringelblume unkompliziert im eigenen Garten anbauen und versamt sich häufig von selbst.

    Unser Tipp: Aus den Blütenblättern lässt sich im Handumdrehen ein farbenfrohes Blütensalz herstellen. Hier zeigen wir Schritt für Schritt, wie es gelingt.

    Ringelblumen und Borretsch im Gemüsegarten als Bienenweide

    🤝 Mitmachen – Sommer im Glas:
    Blütensalz selbst herstellen

    Mit wenigen Zutaten entsteht ein ganz persönliches Geschenk aus dem Garten.

    1. Blüten sammeln: Sammeln Sie frische Blüten an einem trockenen Vormittag.
    2. Blütenblätter abzupfen: Verwenden Sie nur die sauberen Blütenblätter.
    3. Mit grobem Salz vermengen: Blüten und Salz im Mörser oder Mixer vorsichtig vermischen
    4. Trocknen lassen: Die Mischung dünn ausbreiten und vollständig trocknen.
    5. Abfüllen: In kleine Gläser oder Reagenzgläser füllen.
    6. Verschenken oder genießen: Blütensalz passt hervorragend zu Salaten, Gemüse, Kräuterbutter oder als liebevolles Mitbringsel.

    🌸 Unser Mitmachtipp

    Ringelblumen sind nur der Anfang. Probieren Sie auch Kornblumen, Hibiskus, Rosenblüten, Malven, Lavendel oder Borretsch Blüten aus und experimentieren Sie mit verschiedenen Farbkombinationen.

    Welche Blütenmischung ergibt Ihr schönstes Blütensalz?

    📷 Schicken Sie uns ein Foto Ihres Blütensalzes – besonders gespannt sind wir auf die schönsten Farbverläufe und kreativen Mischungen.

    Senden Sie Ihr Bild an in**@*******************tz.de oder teilen Sie es über die Kommentarfunktion auf unserer Website. Gern präsentieren wir die schönsten Einsendungen in den nächsten Ausgaben der Blühstreifen-Post!

    💡 Fundstück des Monats – Blühender Balkon

    Fundstück in Berlin-Halensee 🌿🌸

    Mitten in der Stadt entdeckt: ein wunderschön gestalteter, üppig blühender Balkon mit vielen Kräutern und naturnahen Pflanzen. Ein schönes Beispiel dafür, wie selbst auf kleiner Fläche ein attraktiver Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten entstehen kann.

    📰 Aus der Community –
    Ein besonderer Ort zum Ankommen (Dänemark)

    Laura und Markus aus Berlin sandten uns diese Bilder und Zeilen aus ihrem Urlaub in Dänemark:
    „Auf unserer Reise durch Dänemark durften wir einen ganz besonderen Ort kennenlernen: den liebevoll gestalteten Garten von Elin und Palle. Mit Beginn ihres Ruhestands hat sie beschlossen, ihr kleines Paradies für Gäste zu öffnen. Wer mag, kann hier eine Nacht im Zelt oder in einem gemütlichen Shelter verbringen – umgeben von Blumen, Bäumen und der wohltuenden Ruhe der Natur.“

    Naturgarten von Elin und Palle in Dänemark mit Übernachtungsmöglichkeit

     „Seit mehr als 30 Jahren pflegt Elin ihren Garten mit großer Hingabe. Während ihrer Zeit als Krankenschwester und später im Hospiz schnitt sie regelmäßig Blumen aus ihrem Garten und brachte sie ihren Patientinnen und Patienten. Die Freude, die sie damit schenken konnte, ist bis heute in ihrem Garten spürbar. Ein Platz, der entschleunigt und lange in Erinnerung bleibt.“

    Blühender Gartenbereich im Naturgarten von Elin und Palle
    Blühender Gartenbereich im Naturgarten von Elin und Palle

    🌱 Gartentipp des Monats –
    Ringelblumen und Borretsch im Gemüsegarten

    Ringelblumen und Borretsch gehören in jeden Gemüsegarten. Sie locken zahlreiche Bestäuber und Nützlinge an, bringen Farbe ins Beet und liefern essbare Blüten für die Küche. Gleichzeitig fördern sie die Artenvielfalt und machen den Gemüsegarten zu einem kleinen Lebensraum für Insekten.

    🌱 Bewährte Mischkulturen

    🍅 Tomaten + Basilikum: Der Duft des Basilikums soll Schädlinge irritieren.

    🥒 Gurken + Borretsch: Borretsch zieht zahlreiche Wildbienen und Hummeln an und verbessert dadurch die Bestäubung der Gurken.

    🍓 Erdbeeren + Knoblauch: Knoblauch soll Pilzkrankheiten vorbeugen.

    🥕 Möhren + Zwiebeln: Der Klassiker: Die Möhrenfliege wird durch den Zwiebelgeruch irritiert, die Zwiebelfliege wiederum durch den Möhrengeruch.

    Ringelblumen und Borretsch im Gemüsegarten als Bienenweide
    Ringelblumen und Borretsch im Gemüsegarten als Bienenweide

    📅 Termine

    Vernetzungstreffen 2026 der Kleinförderprojekte – zu Gast in Beelitz

    In diesem Jahr darf Blühstreifen Beelitz e. V. Gastgeber des Vernetzungstreffens 2026 der Kleinförderprojekte des MLEUV sein. Wir freuen uns darauf, engagierte Menschen aus ganz Brandenburg bei uns in Beelitz-Elsholz begrüßen zu dürfen.

    📅 18.9.2026
    🕑 14:00 bis ca. 18:00 Uhr
    📍 Feuerwehrgebäude Elsholz, Dorfplatz 9, 14547 Beelitz

    Im Mittelpunkt des Nachmittags stehen der Austausch, das Kennenlernen und die Vernetzung der verschiedenen geförderten Projekte sowie mit der Fördermittelstelle. Natürlich möchten wir unseren Gästen dabei auch zeigen, was sich bei uns vor Ort tut.

    Gemeinsam besichtigen wir das Agroforstsystem in Elsholz. Begleitende Vorträge geben Einblicke in das Thema Agroforstsysteme und in die Möglichkeiten des Bürgermonitorings. Außerdem stellen wir die Arbeit und aktuelle Projekte von Blühstreifen Beelitz e. V. vor.

    Auch Familien mit Kindern sind herzlich willkommen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt – und natürlich bleibt ausreichend Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

    Veranstaltet wird das Vernetzungstreffen von der agrathaer GmbH im Auftrag des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) im Rahmen des Kleinförderprogramms des Landes Brandenburg „Aktion Brandenburg/Lokale Agenda 21“.

    Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Programm gibt es auf der Webseite der Lokalen Agenda 21.

    https://www.aktion-brandenburg.de/lokale-agenda21Förderprogramme

    Projektträger des Kleinförderprogramms ist die agrathaer GmbH. Anmeldungen können dort erfolgen. 

    Agroforstsystem in Elsholz

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