Einen Naturgarten erkennt man nicht unbedingt an seiner Optik. Auch ein formal gestalteter Garten kann ökologisch wertvoll sein – vorausgesetzt, er enthält eine Vielzahl an Naturgarten-Elementen und wird umweltschonend bewirtschaftet.
Naturgarten-Elemente sind Bestandteile eines Gartens, die natürliche Lebensräume im Garten nachahmen, z.B. Reisighaufen oder Blumenwiesen.
Ziel ist es, ökologische Vielfalt zu fördern und mit der Natur statt gegen sie zu arbeiten.
Die Grundlage für einen funktionierenden Naturgarten sind natürliche Kreisläufe: Pflanzen und Tiere leben in Wechselwirkung, Bodenlebewesen sorgen für fruchtbare Erde, und die Artenvielfalt stärkt das gesamte System.
Was ist das Problem an konventionellen Gärten?
Konventionelle Gärten sind häufig auf Optik und Kontrolle ausgerichtet. Doch dabei geht oft viel Natur verloren:
- Es fehlen einheimische, standortgerechte Pflanzen
- Es gibt keinen Lebensraum für Tiere wie Wildbienen, Igel oder Vögel
- Chemische Mittel stören oder unterbrechen natürliche Kreisläufe
- Der Garten ist pflegeintensiv und abhängig von künstlicher Bewässerung, Kunstdünger oder Pestiziden
Ein solcher Garten wirkt gepflegt, ist aber ökologisch arm – und oft still, leer und leblos.
Der Weg zum Naturgarten – wie gelingt die Umstellung?
Einen Garten ökologisch umzugestalten, ist auf zwei Arten möglich:
1. Die schnelle Umstellung
Hierbei werden in kurzer Zeit viele Naturgartenelemente eingeführt. Auch die Pflege wird umgestellt – z. B. durch Kompostdüngung, Verzicht auf Chemie und die Auswahl ökologisch wertvoller Pflanzen. Dieser Weg erfordert Mut, ist aber sehr effektiv.
2. Die schrittweise Umstellung
Wer lieber in Etappen arbeitet, kann den Garten nach und nach umgestalten. Wichtig ist dabei: Zusammenhängende Bereiche sollten gleichzeitig verändert werden. Nur so entstehen funktionierende Lebensräume.
Beispiel: Ein Teich neben einem Beet mit chemischer Spritzmittelbehandlung funktioniert nicht – Pestizide können in den Teich gelangen und das Wasserleben zerstören. Auch Insektenhotels bringen nichts, wenn drumherum gespritzt wird.
Tipp: Je größer und zusammenhängender ein umgestalteter Bereich ist, desto wirksamer wird er als Lebensraum. Isolierte „Naturinseln“ sind wenig effizient.