Magische Lichter im Garten – Wie Sie Glühwürmchen anziehen

Wenn an warmen Sommerabenden winzige Lichter zwischen Sträuchern und Gräsern tanzen, scheint es, als hätte der Garten ein Stück Zauber eingefangen: Glühwürmchen – oder besser gesagt, Leuchtkäfer – gehören zu den faszinierendsten Erscheinungen der heimischen Tierwelt. Wer diesen Lichtwesen einen Platz im Garten bieten möchte, kann viel dafür tun.

Glühwürmchen beobachten und erkennen

Insekten mit Biolumineszenz gibt es zum Glück nicht nur in tropischen Ländern – auch in Deutschland kann man Glühwürmchen beobachten, besonders im Juni. Leider wird dies zunehmend schwieriger, da die Lichtverschmutzung viele dunkle Ecken verschwinden lässt, die für ungestörte Beobachtungen nötig wären.

In Deutschland sind drei Arten der Familie der Leuchtkäfer (Lampyridae) vertreten.

Was Glühwürmchen brauchen – und was sie meiden

Glühwürmchen lieben:

  • Dunkelheit: Sie brauchen natürliche Nacht. Künstliche Beleuchtung stört ihre Partnersuche
  • Feuchtigkeit: Feuchte, schattige Stellen mit hoher Luftfeuchtigkeit sind ideal
  • Unordnung: Totholz, Laub, wilde Ecken und niedrige Vegetation sind wichtig für ihre Entwicklung
  • Schnecken: Die Larven der meisten Glühwürmchenarten (z. B. der Kleine Leuchtkäfer) ernähren sich von Nacktschnecken – besonders gern von kleinen Arten.

Glühwürmchen meiden:

  • Dauerhaftes Gartenlicht, solarbetriebene Lichterketten, Bewegungsmelder
  • Glatte Rasenflächen ohne Struktur
  • Pestizide und Schneckenkorn – sie töten ihre Nahrung oder vergiften die Larven direkt.

So machen Sie Ihren Garten glühwürmchenfreundlich

  1. Licht aus!
    Verzichten Sie ab Juni auf künstliche Beleuchtung im Garten oder schirmen Sie diese gezielt ab. Besonders wichtig: Dunkle Bereiche entlang von Hecken, Mauern oder Wildstaudenbeeten
  2. Wilde Ecken zulassen
    Schaffen Sie kleine Naturzonen mit Laub, Totholz, feuchten Senken oder schattigen Stauden – dort entwickeln sich die Larven mehrere Jahre lang
  3. Gifte weglassen
    Vermeiden Sie Schneckenkorn und chemische Schädlingsbekämpfung. Was davon frisst, braucht der Leuchtkäfer! Schnecken!
  4. Lebensräume schaffen
    Pflanzen Sie heimische Stauden und bodendeckende Kräuter wie Gundermann, Waldmeister oder Mädesüß, die Feuchtigkeit halten und Unterschlupf bieten
  5. Hecken statt Zäune
    Naturhecken aus Hasel, Hartriegel oder Holunder spenden Schatten, bieten Schutz und bringen Struktur.

Wann leuchten sie?

Die Hauptflugzeit ist Ende Juni bis Mitte Juli, oft um die Sommersonnenwende. Männchen fliegen durch die Nacht und suchen mit ihrem Leuchten die Weibchen, die oft am Boden sitzen und mit hellem Licht antworten.

Genauere Informationen zur Biologie der Glühwürmchen sowie Bestimmungshilfen findet man unter http://www.gluehwuermchen.ch/lampyris.html
Aber auch in Deutschland beschäftigt man sich mit Glühwürmchen und bietet einen Startpunkt-Glühwürmchen an über den man Informationen und Bestimmungshilfen erhalten kann.

Haben Sie bereits Glühwürmchen entdeckt? Über Ihre Beobachtungen und Meldungen freuen wir uns ganz besonders.

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen Glühwürmchenbeitrag. Wir haben seit Jahren diese bezaubernden Insekten um den 21.06. herum in unserem Garten. Und ja, auch gestern Abend saß wieder eines unten an der Hecke im hohen Gras.
    Liebe Grüße aus Zeesen (bei Königs Wusterhausen

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