Ein Anblick, der hängen bleibt
In diesen Tagen fliegen sie überall in meinem Garten: Schachbrettfalter. Zwei Dutzend sind es mindestens – auffällig mit ihren schwarz-weißen Flügeln, unterwegs von Blüte zu Blüte. Besonders häufig sehe ich sie an Skabiosen und Flockenblumen. Sie sind zwar in Bewegung, fliegen von Blüte zu Blüte- für Hobbyfotografen sind sie jedoch dankbare Objekte. Fast kann man sie berühren. Absolut eindrucksvoll.
Ein kurzer Sommer
Weißt du, wie lange ein Schachbrettfalter lebt?
Die Antwort überrascht viele: Der Schachbrettfalter (Melanargia galathea) lebt im Erwachsenenstadium nur 17 bis 34 Tage (Settele et al., 1999). In dieser kurzen Zeit muss alles geschehen – Paarung, Nektarsuche, Eiablage.
Und doch bleibt seine Erscheinung haften. Das liegt auch an seinem charakteristischen Aussehen:
Das schwarz-weiß gemusterte Flügelkleid ist unverwechselbar – dadurch ist der Schachbrettfalter leicht zu erkennen und zu bestimmen, selbst für Naturinteressierte ohne Vorkenntnisse.
Wofür sie stehen
In manchen Regionen wird der Schachbrettfalter als Symbol für Partnerschaft und Beständigkeit gesehen. Vielleicht, weil man sie häufig zu zweit beobachten kann, oft sogar zu mehreren. Es ist ein stilles Bild von Nähe – und von Verbindung.
Was ihnen hilft
Wer Schachbrettfalter im Garten fördern möchte, kann gezielt etwas tun:
- Heimische Blühpflanzen wie Skabiosen, Witwenblumen, Flockenblumen oder Disteln setzen. Sie suchen besonders violette Blüten auf.
- Gräser wachsen lassen, denn sie sind die Raupenfutterpflanzen
- Auf Pestizide verzichten
- Erst ab Juli mähen und wilde Ecken zulassen
- Sonnige, offene Bereiche schaffen – sie mögen Wärme und Licht
Ein Garten mit Faltern ist ein guter Ort
Für mich sind die Schachbrettfalter nicht nur schön anzusehen. Sie sind ein Zeichen. Dafür, dass mein Garten Lebensraum ist. Dass Vielfalt entsteht, wenn man sie zulässt. Und dass kleine Dinge – ein paar Wildpflanzen, weniger Eingriff – große Wirkung haben können.
Ich freue mich über jeden einzelnen von ihnen. Auch wenn sie bald wieder verschwunden sind, bleibt ihre Spur: als Bild, als Erinnerung, als Bestätigung, dass es sich lohnt.
Ein Kommentar
Na, dann ist mein Garten ja ein SuperLebensraum! Allerdings habe ich den Schachbrettfalter im diesen Jahr erst kennengelernt. In dem Trockenbeet wimmelt es nur so von Schmetterlingen, Foto machen ist nicht so leicht, aber im Video sieht man die Vielfalt. Gut fotografieren lassen sich die Blut- oder Kuchusbienen und der Trauer Rosenkäfer. Leider kann man hier keine Bilder hochladen.