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Projekt Blühwiesen

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Blühende Nahrung für Bienen – ein Projekt mit Unterstützung der Stadt Beelitz und des Dorfvereins aus Buchholz

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. sind unersetzlich. Als Blütenbestäuber sorgen sie für die Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Doch wo finden diese Insekten heute noch ihre Nahrung? Auf Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und in Gärten blüht es immer weniger.

Insekten übernehmen eine wesentliche Funktion bei der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen und steigern und sichern  die Erträge in Landwirtschaft und Gartenbau. Blütenbesuchende Insekten benötigen  zur Sicherung von Fortpflanzung, Gesundheit und Ernährung Pollen und Nektar während der gesamten Insektensaison.

 

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (FFH-Art) auf Sonnenhut

Wann haben Sie das letzte Mal innerhalb von 5 Minuten 10 oder mehr verschiedene Schmetterlinge gesehen? Wann haben Sie das letzte Mal ihre Autofrontscheibe von toten Insekten gereinigt? Die beiden Fragen scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben. Die erste Frage richtet sich an mehr oder minder aktive Naturbeobachter, die zweite behandelt ein Ärgernis für den modernen maschinell gut ausgestatteten Menschen. Und doch stehen beide Fragen für das gleiche, überall in Mitteleuropa zu beobachtende Phänomen – den dramatischen Rückgang von Insekten und den von ihnen bestäubten Pflanzen!

Warum sollte uns das interessieren?

In den letzten Jahren werden Warnungen und Hinweise wissenschaftlicher Studien und politischer Stellungnahmen von Naturschutz-Verbänden und Behörden fast im Monatstakt veröffentlicht.

All diese Beiträge haben einen gemeinsamen Inhalt. Bienen, Wildbienen, Insekten und die von ihnen bestäubten Pflanzen verschwinden gemeinsam. Schmetterlinge und Falter sind rapide im Rückgang begriffen. Schmetterlings-Populationen auf Wiesen haben sich seit 1990 halbiert. „Bienen verhungern im Sommer“ beklagen Imkerverbände bundesweit. Der negative Bestandstrend bei Tagfaltern und Bienen in der Agrarlandschaft setzt sich fort und in einer Langzeitstudie von Entomologen ist im Januar 2016 von Rückgängen der Insektenmasse um 80 % die Rede.

Hier schließt sich der Kreis zu den „10 Schmetterlingen“ und der Autoscheibe.

Die Auswirkungen des „Insektensterbens“ haben aber auch Folgen für andere Tiere, die sich von Insekten ernähren. Rund die Hälfte der Vogelarten unserer Felder und Wiesen nehmen im Bestand ab. Besonders betroffen sind die am Boden brütenden Arten und solche, die sich von Kleininsekten ernähren. Von Kleininsekten, wie z.B. den Blütenbestäubern Bienen, Hummeln, Fliegen und Schmetterlingen! (so Holger Loritz vom Netzwerk Blühende Landschaften   http://www.bluehende-landschaft.de/).

Spargelfest unter Folie

Spargelfeld unter Folien, schon vor dem Winter!

Auch in unserer durch den Spargelanbau geprägten Landschaft nehmen wir diese Tendenzen wahr. Wir wollen etwas tun! Und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten engagieren.

Der Gemeinnützige Dorfverein Buchholz / Zauche e.V. und der Verein Blühstreifen Beelitz i.G. möchte für mehr Bienennahrung aktiv werden!

Wir wollen mit unserer Initiative auf die Problematik des Insektenrückgangs hinweisen, informieren und uns aktiv für mehr Blühflächen einsetzen.

Und was kann man tun?

Landwirte können Blühstreifen oder Blühflächen anlegen. Diese Blühstreifenflächen dürfen nicht gespritzt und nicht gedüngt werden. Da Biozide und jede Form von „Chemie“ zu den Hauptgefährdungen für Insekten zählen.

Blühstreifen werden nicht geerntet und bleiben mindestens über den ersten Winter stehen, eine Pflege ist nicht erforderlich. Die Anlage von mehrjährigen Blühstreifen (zwei bis vier Jahre) wird empfohlen. Aufgrund ungünstiger Förderbedingungen ist ein Großteil der langjährigen Brachen um Buchholz verschwunden. Das waren einst blühende Refugien für Insekten. Wichtig wäre es, an anderer Stelle Ersatz zu schaffen.

Blühstreifen Mohn

Die wichtigste Devise auf den Feldern heißt: Viele blühende Pflanzen, so lange wie möglich! Eine „Massentracht“ wie Raps, der zwei bis drei Wochen im Jahr blüht, füllt zwar kurzfristig die Honigräume im Bienenvolk und die Gläser des Imkers, sichert den Bienen aber nicht das Überleben. Bienen brauchen während der gesamten Vegetationszeit Nektar und Pollen besonders im Spätsommer, um mit gut genährten Bienenvölkern in den Winter zu gehen.

Wir versuchen mit Landwirten ins Gespräch zu kommen.

Eine gute Möglichkeit für Blühstreifen bietet sich immer dort, wo (Teil-)Flächen nicht genutzt werden oder eine Ansaat mit Insekten fördernden Blühmischungen keinen nennenswerten Nachteil für den Landwirt mit sich bringt. Dies kann zum Beispiel auf Vorgewenden, im Randbereich von Äckern oder auf Bewässerungsstreifen der Fall sein.

Erste Gespräche haben bereits stattgefunden, und die ersten Flächen sind für das Frühjahr im Bereich Buchholz und Wittbrietzen in Planung.

Weitere Gespräche mit Landwirten und weiteren potentiellen Projektpartnern sollen folgen.

Auch private Eigentümer können aktiv werden. Wenn Sie sich an dieser Initiative mit ihrer Fläche beteiligen wollen, sprechen Sie uns an.

Bienenfreundlicher Garten

Auch ganz kleine Flächen oder Randbereiche können helfen. Wenn zahlreiche kleine Inseln blühen, können Bienen entlang dieser Inseln Nahrung finden und außerdem sieht es schön aus. Wir unterstützen Sie durch fachkundige Anleitung zur Anlage von Blühflächen und bei der Beschaffung der richtigen Samenmischungen. Fachkundige Unterstützung erhalten wir zusätzlich durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz, das Netzwerk Blühende Landschaften und die Stadt Beelitz.

Wir werden an dieser Stelle über den Fortgang berichten.

So, wie auch auf unserer Internetseite. Übrigens kann man auch im eigenen Garten einiges tun für den Schutz von Biene und Co. Kleine Flächen in wenig begangenen Wiesenbereichen einfach mal wachsen lassen und zur Blüte kommen lassen. Trockene Stengel im Herbst nicht abschneiden, denn diese dienen Insekten zum Überwintern.

Kleine Restflächen in den Gartenecken unbearbeitet „Natur“ belassen und beobachten! Oder Blühflächen neu anlegen. Dafür gibt es auch im Handel Blütenmischungen und es macht viel Spass zu beobachten welche Blüten da zum Vorschein kommen. Das wichtigste dabei ist keine Insektizide zu verwenden.

Ihre Fragen beantworten wir gern. http://wildkraeuterkiste.de/kontakt  und  http://bluehstreifen-beelitz.de/kontakt/

Der Verein „Blühstreifen Beelitz i.G.“  und der gemeinnützige Dorfverein Buchholz / Zauche e.V.

Kerstin Pahl

Download des Artikels als *.pdf: bluehstreifen-statt-gruenstreifen

4 Kommentare

  1. Viel Erfolg bei Ihrem Projekt,

    ich betreibe privat in Bad Belzig eine kleine Streuobstwiese und kann nach fünf Jahren feststellen, wie sehr sich die Natur die Fläche zurückgeholt hat…..
    An Wildbienen und Schmetterlingen besteht kein Mangel

  2. Guido Zinnow sagt

    Hallo, wir hatten uns in diesem Jahr für den Anbau einer mehrjährigen Bienenweide entschieden mit bis zu 50 Wild- und Kulturarten die von April bis November blühen (ca. 400 Quadratmeter) und haben dann in den Beelitzer Nachrichten mit Freude gelesen, dass sich Ihr Verein für solche Projekte einsetzt. Weiter so, wir sind dabei…Guido Zinnow aus Beelitz

  3. Jenny sagt

    Super Idee, super Projekt.
    Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Erfolg und viele weitere Anhänger, dass unseren lebenswichtigen Bienen geholfen wird lange und friedlich zu leben. 🙂
    Beste Grüße
    Jenny

  4. Viel Erfolg mit diesem tollen Projekt wünschen Andy und Tom. Es sieht toll aus und macht keine Arbeit! Da ist selbst im kleinsten Garten ein bisschen Platz für eine wilde Blumenwiese. Wenn unsere wieder blüht gibt’s ein paar Bilder… Und als Streetart funktioniert das auch 🙂

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