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Was halten Sie von Thuja-Hecken?

Einheimische Hecken für Vögel
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Lebensbäume oder Thujen gehören zur Familie der Zypressengewächse. Es gibt zwei Arten in Nordamerika und drei im östlichen Asien. Thuja/Lebensbaum ist als immergrüne und immer gleiche Heckenpflanze beliebt, hat aber auch das Image, zum Spießergarten zu gehören und darf mit Recht als langweilig bezeichnet werden. Was macht sie so beliebt? Sie ist schnell wachsend, preiswert und wird als pflegeleicht bezeichnet. Doch ist das tatsächlich so?

Lebensbäume / Thuja mit Bewässerung

Die Trockenheit der letzten Sommer verursacht in Größenordnungen braune und abgestorbene Teile in der vermeintlich blickdichten Hecke. Lebensbäume sind, anders als ihr Name verspricht, in unseren Breiten vollständig lebensfeindlich für heimische Tier- und Pflanzenarten.  Gut geschnittene Hecken sind meist so dicht, dass Vögel hier nicht nisten können. Sie bevorzugen, wenn vorhanden, dafür lieber geräumige einheimische Gehölze. Diese liefern zudem durch Blätter, Blüten, Beeren und Samen zusätzlich Nahrung für Insekten und Vögel. Durch die dichte Thuja-Hecke dringt so gut wie kein Wasser auf den Boden. Daher ist es unter der Hecke zu trocken und zu dunkel für andere Lebensformen.  

Heruntergefallene Pflanzenteile sind nur schwer verrottbar, so dass Regenwürmer und andere Laub zersetzende Organismen fehlen. Das schadet zusätzlich dem Bodenleben. Thuja laugt den Boden aus. Amsel, Igel, Amphibien oder andere Kleintiere fehlen hier, weil sie nichts zu fressen finden.  Das feine Wurzelsystem lässt keine anderen Arten neben der Thuja zu. Das gilt auch für den aus der Türkei stammenden Kirschlorbeer.

Auch ganzjährig blickdicht und wertvoll ist eine Buchenhecke

Weil Thuja aus Nordamerika oder Asien stammt, kann die heimische Tierwelt mit einem derartigen Nahrungsangebot nichts anfangen. Wenn man den richtigen Zeitpunkt für den Schnitt mal verpasst, vertrocknet die Hecke leicht von innen. Die Verjüngung geht immer mit ästhetischen Einbußen einher.

Anders verhält es sich mit der Europäischen Eibe (Taxus baccata). Ihre Heimat ist der mitteleuropäische Wald. Sie ist die älteste heimische Baumart. Sie ist nicht sehr anspruchsvoll, vor allem ist sie gegenüber Schatten und Halbschatten äußerst tolerant. Größere Eiben-Bestände in freier Natur sind sehr selten geworden und in Deutschland geschützt.

Besser als Thuja ist eine Wildrose, die auch im Winter Nahrung bietet

Kompliziert wird es, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass es auch die Japanische Eibe gibt oder neben dem heimischen Wacholder auch eine chinesische Art. Wir sollten dringend bei der europäischen Art bleiben.

Vielerorts sind Thuja-Hecken in Kleingartenanlagen oder im öffentlichen Grün bereits nicht mehr zulässig. Auch als Ersatzpflanzungen werden solche Pflanzungen nicht anerkannt. Doch zum Glück gibt’s Alternativen.

Kornelkirsche

Heimische Gehölze, die Blüten, Beeren und Früchte tragen sind immer die richtige Wahl. Dazu gehören z.B. Kornelkirsche, Hainbuche, Wildrose, Hasel, Sanddorn, Pfaffenhütchen, Weißdorn, Schneeball, Berberitze, Hartriegel, Kreuzdorn, Schlehe oder Liguster. Die heimische Tierwelt wird es danken.

Schlehe

2 Kommentare

  1. Ronny sagt

    Sehr schöner Beitrag, was für Familien noch interessant ist das die Thuja in allen Pflanzenteilen giftig ist und daher für Kinder ziemlich ungeeignet sind.

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