So wird 2019

So wird 2019!

 

Zunächst möchten wir uns für die zahlreiche Unterstützung und Ihre Spende herzlich bedanken! Auch 2019 haben wir wieder Vieles vor und hoffen auf Ihr erneutes Vertrauen.

  1. Landwirte unterstützen uns im Bemühen um mehr Strukturvielfalt

 

Wir setzen uns im politischen Raum weiter für eine Förderung der Blühflächen ein. Bis es jedoch soweit ist, hoffen wir, dass Landwirte weiter mit uns zusammen arbeiten und Flächen zur Verfügung stellen. Für die Anlage von Wildpflanzenflächen für mehr Bestäuber, Bienen, Schmetterlinge und Co  stellen wir das Saatgut und unterstützen bei der Ansaat und Pflege. 2019 möchten wir die 50 ha Marke erreichen!

Wir sorgen für eine aktive Öffentlichkeitsarbeit.

 

  1. Eigentümer gesucht

 

Wir suchen Eigentümer, die Flächen für Blühstreifen oder -flächen zur Verfügung stellen. Auch wenn Sie Ihre Flächen verpachtet haben, sprechen Sie uns an. Vielleicht finden wir einen gemeinsamen Weg mit den Pächtern für mehr Bienen und andere Bestäuber. Auch Randstreifen von wenigen Metern können helfen.

 

 

  1. Unser Wettbewerb für Bürger*innen geht weiter

 

Wenn Sie auf Ihrem Grundstück mehr als 10 qm Wildwiese anlegen, erhalten Sie das Saatgut und unsere begehrte Plakette „Wir tun etwas für Bienen & Schmetterlinge“ für den Gartenzaun. Wenn alle Plaketten verteilt sind, gibt es eine Prämierung!

 

  1. Insekten machen Schule

 

Unser neues Projekt richtet sich an Schulen und Horts. Für 10 qm Anlage einer Wildwiese auf dem Schulgelände erhalten Schulen Saatgut, eine Anleitung für Schüler sowie Lehrer und Arbeitsblätter für die Beobachtung der Ergebnisse! Im Mai geht’s los!

 

  1. Unsere Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Blühende Landschaft geht weiter!

 

Wir sind Teil eines deutschlandweiten Netzwerkes, erhalten fachkundigen Rat und gebietsheimisches Regio-Saatgut, welches wir weitergeben können. Namhafte Sponsoren, wie Aldi Süd, Hipp, Greenpeace-Magazin, Wildcorn, oder Sonnentracht berichten ihrerseits über unsere Blüten-Region.

 

  1. Wie viele und welche Vögel finden hier Nahrung?

 

Nun möchten wir aber auch mal wissen, was sich konkret für mehr Artenvielfalt verbessert hat. Daher soll ein Vogelmonitoring  auf den Flächen installiert werden.

 

  1. Insektenlebensräume in der Agrarlandschaft schaffen

 

Neben der Nahrung, die aus Nektar und Pollen der Blüten besteht, benötigen Insekten auch Überwinterungsstätten. Daher setzen wir uns gleichermaßen dafür ein, weitere Lebensräume zu schaffen. Dazu gehören z.B. Bäume pflanzen, Hecken anlegen oder Feldraine erhalten. Wichtig ist, dass die Wildpflanzen entlang der Wege und Gräben zur Blüte kommen. Dann sollte die abschnittsweise Mahd erfolgen. Feldraine bitte nur 1-2 mal pro Jahr mähen.

 

  1. Spargel und Blüten

Für das Thema Blüten in Vorbereitung der LAGA 2022 stehen wir mit einigen Ideen bereit. Blühwelle, Wildpflanzenvermehrung und Wildpflanzendörfer sind hier nur einige Schlagworte. Um die Wertigkeit wilder blühender Pflanzen als Lebensgrundlage wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken, suchen wir Dörfer, die sich für „Ihre“ Wildpflanze engagieren wollen. So werden Sie Teil eines touristischen Gesamtkonzepts, dass vielleicht Teil der LAGA werden könnte. Ihr Dorf wird durch blühende Blumen aufgewertet. Wir beraten Sie gern.

  1. Lichtverschmutzung ist ein Thema!

Eine bedeutende Gefahrenquelle, die auch für den Rückgang der Insekten eine Rolle spielt, sind nächtliche Lichtquellen. Einen Staubsaugereffekt können falsche Leuchtmittel und falsche Beleuchtungswinkel entfalten. Wir berichten darüber.

 

  1. Wir arbeiten weiter am Naturlehrpfad in Buchholz

Und bieten wieder Führungen an, bei denen Sie sich die Ergebnisse ansehen und all Ihre Fragen zum Thema beantwortet bekommen können.

 

  1. Uns bewegt das Thema „Nachhaltigkeit“

Daher planen wir eine Aktion zum Thema Verpackungsmüll aus Plastik und suchen auch dafür Partner! In diesem Zusammenhang können wir berichten, dass Glastrinkhalme in Beelitz auf dem Vormarsch sind, machen Sie mit! Sprechen Sie uns an.

Kerstin Pahl

Verein Blühstreifen Beelitz e.V.

Blühst schriftzug rechts

Blühstreifenschriftzug rechts




Das war UNSER 2018

2018

Auch 2018 gab es wieder zahlreiche Aktivitäten des Vereins

 

Januar – Netzwerk erweitern

Am Anfang des Jahres stand vor allem die Netzwerkarbeit im Vordergrund, so war der Verein z.B. bei den Neujahrempfängen des Landes Brandenburg, von  BUND und NABU sowie der Stadt  Beelitz vertreten.

Februar – Weiden schneiden

Außerdem gab es  2 Aktionen zum Kopfweiden-Schneiden an alten seltenen Bäumen im Naturpark und das beliebte Körbe-Flechten aus Weidenruten an 5 Terminen. Weidenruten  wurden außerdem für ein Weidentipi für eine Kita in Berlin Steglitz bereitgestellt.

März – Zusammenarbeit mit Landwirten

Es folgten zahlreiche Abstimmungen mit Spargelbauern, Landwirten aus der Region und auch mit Privatpersonen. Im Ergebnis konnten 2018 mehr als 35 ha Blühflächen angelegt werden. Alle Flächen wurden mit Info- und Hinweisschildern bestückt.

April – Vereinbarung Spargelverein

Im April wurde die Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit den Spargelbetrieben des Beelitzer Spargelvereins beschlossen und öffentlich verkündet.

Mit den Betrieben Spargelhof Falkenthal und Jakobs wurde die gemeinsame Eröffnung der Spargelsaison 2018 vorbereitet und durchgeführt.  Der Verein war mit Ständen in Glau bei „Wilde Ostern“, in Schlunkendorf zur Eröffnung der Spargelsaison vertreten. Über die Zusammenarbeit mit dem Spargelhof Syring berichtete der RBB im April.

Die Zusammenarbeit mit der HVHS Seddin sowie der Gemeinde Nuthe-Urstromtal konnte begonnen werden, Vorträge in einigen Ortsteilen und der Ortsvorstehersitzung der Gemeinde folgten. Die ersten Flächen sind unterdessen angelegt. Kemnitz und Ruhlsdorf bieten innerörtlich schöne Bestände der Grasnelke.

Wildpflanzendorf

Wir wollen erreichen, dass diese Wildpflanzen regelmäßig zur Blüte kommen dürfen und damit nicht nur das Ortsbild verschönern, sondern dass die Dörfer diese Chance als Alleinstellungsmerkmal für Naturtourismus nutzen. Wir arbeiten daran, „Grasnelkendörfer“ zu vermitteln. Gleiches gilt für den Wiesensalbei oder andere Wildpflanzen, wie die Wilde Möhre, deren Akzeptanz auf diese Art und Weise erhöht werden soll.

Mai – Wildpflanzenvermehrung

In diesem Jahr erfolgte die Zusammenarbeit mit Nagola Re in der Saatgutvermehrung.  Der Betrieb Landgut  Hennickendorf unternahm hier mit uns zusammen Versuche. Gemeinsam wurden die Flächen unterhalten.

Vertreten waren wir bei der Landpartie in Dobbrikow zusammen mit dem Landgut Hennickendorf sowie in Buchholz beim Fest der Blasmusik. Auch beim Umzug zum Spargelfest präsentierte sich unser Verein zusammen mit den Buchholzer Nachbarn.

Abstimmungen gab es mit der Stadt Beelitz hinsichtlich der Renaturierung der Nieplitz  (Blühwelle) sowie dem LfU. Zahlreiche Abstimmungsberatungen führten uns nach Klaistow in den Betrieb Buschmann-Winkelmann, der uns wieder umfangreich unterstützt hat. Neben zahlreichen Blühflächen stellte der Betrieb auch einen 20 m Grünlandstreifen zur Verfügung , der  ganzjährig stehen bleibt.

Erste Fläche mit der degewo in Berlin-Lankwitz angelegt!

In Berlin wurde zusammen mit Mietern und einer Kita sowie der Wohnungsbaugesellschaft  degewo eine Musterfläche angelegt, sowie die Insektenstrategie des Landes Berlin mitgestaltet.

In Berlin erfolgte die Vernetzung zur Stiftung Mensch Umwelt mit dem Projekt „Deutschland summt“.

Juni – Öffentlichkeitsarbeit

Abstimmungsberatungen gab es auch wieder mit der Naturparkverwaltung und Aktionen mit der Naturwacht. Vorträge, Zeitungsartikel in MAZ, Blickpunkt und Wochenspiegel, ein Beitrag in RBB und Greenpeace-Magazin sowie zahlreiche Berichte in den Beelitzer Nachrichten und dem Amtsblatt der Gemeinde Nuthe-Urstromtal  gehörten genauso zu unserer Öffentlichkeitsarbeit wie die Pflege unserer Internetseite. In 2018 wurde unsere Ausstellung zu Blühwiesen konzipiert und bereits mehrfach auf Reisen geschickt.

Unsere Jahresveranstaltung erfolgte diesmal am 30.6.in Wittbrietzen. Vorträge von Sandra Mann von der Hochschule Anhalt und vom Sächsischen Landesamt zum Thema Wirkanalyse wurden organisiert. Die Ausstellung von Karin Rohr „Gartenvielfalt-Artenvielfalt“ sowie unsere eigene Ausstellung „Was sind Blühstreifen“ rundeten die Veranstaltung ab.  Im Anschluss erfolgte eine Exkursion zu Blühflächen und Saatgutvermehrungsflächen.

Im Naturpark arbeiten wir mit dem LFV NNN eng zusammen, Steinkauz-Niströhren wurden in Buchholz ausgebracht, eine Masterarbeit zum Thema Wolfsichere Zäunung betreut, Obstschnittseminare belegt und Fachveranstaltungen besucht.

Juli – Netzwerk Blühende Landschaft

Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Blühende Landschaft konnte fortgeführt werden. In diesem Rahmen erhielten wir  Saatgut und Infomaterial.  Sponsorengelder kamen auf diese Art in unsere Region durch Aldi Süd, Hipp, Wildcorn GmbH, Sonnentracht und Greenpeace-Magazin. Für Spenden in Form von Saatgut bedanken wir uns zusätzlich bei der Wildtierstiftung Hamburg.

Blühflächenbegehungen erfolgten rund um Buchholz.

August – Aufbau eines Insektenhotels

Für den Aufbau eines Insektenhotels in Buchholz wurden Fördermittel über die RL Gesunde Umwelt beantragt.  Die feierliche Eröffnung des Insektenhotels erfolgte im September.

Gemeinsame Aktionen gab es beim Aufbau, bei der Bestückung und Gestaltung des Insektenhotels. Mit den Kindern der Kita Storchennest wurden “Büchsen-Nisthilfen“ gefertigt.

Zusammen mit einer Studentin der HNE wurde ein Naturlehrpfad entlang der Blühflächen und anderen Landschaftselementen konzipiert. Abstimmungen erfolgten u.a. in einer Einwohnerversammlung.

September – Preisverleihung

Im September veranstalteten wir einen Workshop in Reetz sowie  eine Blühflächenbefahrung zusammen mit der HVHS Seddin für Kommunen.

Der Verein wurde für den Nachbarschaftspreis nominiert, erhielt im September durch Minister Vogelsänger in feierlicher Übergabe den Naturschutzpreises 2018  des Landes Brandenburg sowie den 2. Platz des Agenda 21 Nachhaltigkeitspreises des Landkreises Potsdam- Mittelmark.

Eine Einladung erreichte uns zum Ehrenamtsempfang des Landes Brandenburg im Dezember in die Staatskanzlei.

Oktober – Herbstaussaat

Nach dem Dürresommer gingen wir zur „Herbstaussaat“ über. Saatguthersteller richten sich darauf ein. Leider regnet es auch im Herbst nicht–.

Kerstin Pahl

Vorsitzende Verein Blühstreifen Beelitz e.V.

Blühst schriftzug rechts

Blühst schriftzug rechts




Danke für die Zusammenarbeit in 2018

Und Dank für die Spenden, die unser Konto erreicht haben.

Wir bitten alle diejenigen Spender, die eine Spendenbescheinigung benötigen, uns möglichst noch in diesem Jahr ihre Postadresse zu mailen, damit wir die Spendenbescheinigung versenden können.

Auch freuen wir uns über Spenden auf unser Konto:

DE21 1009 0000 3364 8430 37

bei der Berliner Volksbank.

Kontoinhaber Blühstreifen Beelitz e.V.

Wir wünschen allen Mitstreitern ein gesegnetes und geruhsames Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr mit guter Zusammenarbeit im Bemühen für eine bessere Umwelt.

Weiter gutes Vernetzen!




Naturschutzpreis 2018 des Landes Brandenburg an Bluehstreifen-Beelitz e.V.

Übergabe des Naturschutzpreises des Landes Brandenburg am 11.9.2018

Ein kleines Partyzelt, Büfett mit Kuchen und leckeren Häppchen, kalte und warme Getränke, Stehtische mit weißen Hutzen, das Ganze auf einem staubigen Weg neben einem abgeernteten Maisfeld und einem riesigen Insektenhotel mitten in der Agarlandschaft unweit Buchholz bei Beelitz. Etwa 30 Personen haben sich eingefunden, um unserem Verein die Ehre zu erweisen.

Ladatio durch Dr. Schmidt-Ruhe Naturschutzfonds

Laudatio durch Dr. Schmidt-Ruhe Naturschutzfonds

Herr Dr. Bernhard Schmidt-Ruhe vom Naturschutzfonds des Landes Brandenburg hält die Laudatio, bevor Herr Minister Vogelsänger die Urkunde, den Scheck und die Skulptur überreicht.

Die Partner der ersten Stunde und etliche Mitstreiter über die ersten zwei Jahre des Vereins würdigen die Arbeit und klatschen Beifall. Mit dabei die Leiterin des Naturparkes Nuthe-Nieplitz, Kordula Isermann, Jürgen Frenzel von Landgut Hennickendorf GmbH, Carszen Wunderlich, von Buschmann&Winkelmann, BUND-Vorsitzender und Landtagsabgeordneter Carsten Preuss, Landtagsabgeordneter Günter Baaske (SPD), der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Beelitz, Torsten Zado, die Fachdienstleiterin des Landkreises Potsdam-Mittelmark Dr. Dorothee Ortner sowie der Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL), Jörg Vogelsänger. Auch Vertreter der stiftenden Bank, Vertreter des Landesbauernverbandes, der Ortsbeirat von Buchholz, sowie Dorfbewohner, örtliche Jagdpächter und Vereinsmitglieder ehrten den Verein mit ihrer Anwesenheit. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken und der Hoffnung Ausdruck verleihen auch in der Zukunft weitere Unterstützung durch die Vereinspartner zu erfahren, wie ich das in meiner Dankesrede ausgerückt habe.

Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an den Fotografen Enrico Röhner, der sein professionelles Knowhow zur Verfügung gestellt hat.

Berichte über die Auszeichnung fanden wir unter Anderem in:

Den Potsdamer Neusten Nachrichten, der Seite des Naturschutzfonds, den Beelitzer Nachrichten, den Veröffentlichungen des MLUL, dem Verein Waldkleeblatt, dem Blog von Carsten Preuss Linksfraktion Brandenburg

Eine Verschiebung des ursprünglich geplanten Termins war durch den katastrophalen Waldbrand bei Fichtenwalde nötig geworden.

Für den Vereinsvorstand

Lutz Pahl

Fotostrecke von Enrico Röhner:




greenpeace magazin schreibt über Blühstreifen Beelitz

Es blüht so bunt im Spargelland

Mit freundlicher Genehmigung aus dem greenpeace magazin 5/18

(https://www.greenpeace-magazin.de/magazin/artenvielfalt-518)

In Monokulturen finden Bienen und andere Bestäuber nicht genügend Nahrung. Umso wichtiger sind Blumenfelder, deren Vielfalt den ganzen Sommer über gedeiht – auch dank der Abonnenten des Greenpeace Magazins.

Text Andrea Hösch   Fotos Enver Hirsch

Bislang reihten sich im Frühjahr in der Gegend um Beelitz in Brandenburg kilometerweit mit Folien bedeckte Spargelfelder aneinander. Doch seit vergangenem Jahr verändert sich das Bild:

Rings um die Kleinstadt gedeihen mehr und mehr Blumenfelder.

Treibende Kräfte des Wandels sind die Wildpflanzenexpertin Kerstin Pahl und ihr Mann Lutz. Um Hummeln, Bienen & Co. zu retten, haben sie den Verein „Blühstreifen Beelitz“ ins Leben gerufen. Seither gehen sie auf Bewohner und Landwirte zu, sprechen mit ihnen über das Artensterben und versuchen die Menschen zu überzeugen, im Garten oder auf einem Teil der Anbauflächen Oasen für die bedrohten Bestäuber anzulegen. Und das gelingt ihnen. „Im vergangenen Jahr haben wir mit dreizehn Hektar in der Region angefangen, jetzt sind es schon dreißig“, erzählt Kerstin Pahl.

Die Pahls kooperieren mit dem bundesweiten Netzwerk Blühende Landschaft (NLB), das seit 2016 „Blühpaten“ sucht, die Saatgut für die Bienenweiden finanzieren. Dazu gehören zum Beispiel auch die Neuabonnenten des Greenpeace Magazins: Pro Abo-Prämie sprießen Kultur- und Wildpflanzen auf zwanzig Quadratmetern. Insgesamt verwandeln die neuen Leser in diesem Jahr eine 1,5 Hektar große Fläche in eine Blumenoase. Das Feld liegt zwischen den Beelitzer Ortsteilen Elsholz und Schönefeld und gehört einem Milchbauern.

Wer in diesen Wochen an Feldführungen (bluehstreifen-beelitz.de) teilnimmt, erlebt, dass gerade die blau blühende Kornblume den Ton angibt. Später im Sommer zaubern Lein und Malven rote Farbtupfer ins Feld. Einzig die lange Trockenheit macht der ehrenamtlich arbeitenden Naturschutzexpertin Sorgen, denn in der Gegend hat es seit Wochen nicht geregnet. „Vielleicht müssen wir über eine Aussaat im Herbst nachdenken“, sagt die 55­Jährige.

Voller Zuversicht ist dagegen Michael Slaby. Der Vorsitzende des Netzwerks Blühende Landschaft sieht es als Mut machendes Zeichen, dass die Blumenfelder dank der Blühpaten immer mehr werden. „Inzwischen sind wir Quadratmetermillionäre“, sagt er. In ganz Deutschland gedeihen ein- und zweijährige Blühpflanzen auf mehr als hundert Hektar, einer Fläche so groß wie das Gelände des neuen Berliner Flughafens.

Diesen Erfolg ermöglichen auch mehrere Unternehmen aus der Lebensmittel- und Einzelhandelsbranche. „Wenn wir es schaffen, dass das Engagement der betrieblichen Nachhaltigkeitsabteilungen auch bei den Einkaufsleitern der Firmen ankommt“, sagt Slaby, „dann haben wir richtig viel erreicht.“

Während Kerstin Pahl schon auf die im nächsten Jahr blühenden Wildpflanzen gespannt ist, plant Slaby eine weitere Offensive: Er will Landwirte überzeugen, das Problem bei der Wurzel zu packen. Sie sollen rings um und mitten durch ihre Getreide- oder Maisfelder „Nützlingsstreifen“ anlegen. Die dort siedelnden Insekten könnten Schädlinge direkt vertilgen, so ließe sich der Pestizideinsatz reduzieren. Einige Landwirte haben schon zugesagt

Machen Sie mit!

Werden Sie Blühpate und verschenken Sie ein Abo des Greenpeace Magazins. Wählen Sie die Prämie:„20 m² Blumenfeld für Bienen“. greenpeace-magazin.de/blumenfeld

Alternativ können Sie als Neuabonnent auch das Projekt „Meine 6 m² minenfreies Bosnien“ unterstützen.

Dank des Engagements unserer Leserinnen und Leser haben wir in den vergangenen 16 Jahren mehr als 237.000 Euro für unsere Minenräumaktion in Bosnien gesammelt.

Wählen Sie hier die Prämie „Meine 6 m² minenfreies Bosnien“
greenpeace-magazin.de/minenraeumen

Text Andrea Hösch   Fotos Enver Hirsch

Den Originalartikel kann man hier downloaden




Blüh, Wiese, blüh!

W I L D E S   B E R L I N
T E X T: Maximilian Kremm, B I L D: Verena Berg
In Deutschland sterben die Insekten. degewo und seine Mieter kämpfen
dagegen an – und säten in Lankwitz eine Blumenwiese

Wenn Laura Friedel in ihrer Wohnung in Lankwitz aus dem Küchenfenster schaut, blickt sie auf eine blühende Wiese. Es sind noch wenige, zarte Blumen, aber sie sind da –die blauen Blüten des Natternkopfs, das Weiß der Wilden Möhre, das Gelb des Johanniskrauts. Eigentlich eine ganz normale Wiese mit ganz normalen Blumen und Kräutern, wie sie in Berlin
schon immer wuchsen. Einfach so, wild, von der Natur geschaffen. Doch diese Wiese ist anders. Diese wilde Wiese hat der Mensch gepflanzt, um Tiere zu schützen. Doch der Reihe nach.


Es begann damit, dass Laura Friedel, ihr Mann und Sohn Till im August 2017 nach Lankwitz
in das Zukunfshaus von degewo zogen und sofort erkannten: Vor der Haustür gibt es genug Raum für eine Wiese. Die Wöhrmanns sind Mitgründer des Vereins „Blühstreifen Beelitz“, der sich für Blühwiesen in Brandenburg und Berlin einsetzt und begeisterten schnell die Nachbarn und degewo für ihre Idee. Denn: Die Wiese ist nicht nur hübsch anzusehen, sie dient dem Insektenschutz.
Seit 1989 ist die Zahl der Fluginsekten in Deutschland um rund drei Viertel gesunken. Das
Problem ist so groß, dass die Bundesregierung bereits das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ verabschiedet hat. Und auch der Berliner Senat engagiert sich bereits. Er unterstützt Projekte wie „Berlin summt“ und „Berlin blüht auf“. Ihr Ziel: 317 Bienenarten sollen in der Hauptstadt ein Zuhause haben.
Blühwiesen in der Stadt anzulegen, ist für Corinna Hölzer daher eine unverzichtbare Maßnahme. Die Biologin arbeitet für die „Stifung Mensch und Umwelt“, mit der degewo in weiteren Kiezen Wiesen und Blumen säen will. Sie erklärt: „Bienen und andere Insekten brauchen heimische Pflanzen. Mit Flieder oder Mahonie, die ursprünglich aus Asien stammen, können die Tiere nichts anfangen.“
In Lankwitz brachten die Friedel-Wöhrmanns und ihre Nachbarn im Mai das Saatgut aus – ein Mix aus 35 Pfanzensorten, die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr blühen und auch den oft trockenen Sommer auf sandigem Boden vertragen. Bald leuchteten die ersten Kornblumen blau. Doch bis die Wiese vollständig angewachsen ist, kann es bis zu drei Jahre dauern. Die ein oder andere kahle Stelle wird es aber auch dann noch geben, das ist ganz natürlich. Wer platten Rasen gewohnt ist, mag das als etwas unordentlich empfunden.
„Eine Wiese ist viel lebendiger als Rasen. Und pflegeleichter!“, sagt Laura Friedel. Es wachsen
nur heimische Pflanzenarten auf der Wiese, man muss weder wässern noch düngen. Gemäht wird ein mal im Jahr. In der restlichen Zeit ziehen die Blumen verschiedene Fluginsekten an: Schmetterlinge, Käfer, Wildbienen. Letztere sind besonders nützlich. Sie tragen Pollen von einer Blüte zur nächsten und sorgen dafür, dass Pflanzen sich fortpflanzen können und Früchte tragen. „Die Erdbeeren auf unserem Balkon sind nur so gut gewachsen, weil es hier bereits Wildbienen gibt“, sagt Laura Friedel und lächelt.

In Lankwitz haben Bienen eine Zukunft.

Aus Stadtleben Bluehwiese Lankwitz

Aus Stadtleben Bluehwiese Lankwitz B I L D: Verena Berg

s c h n e l l  g e l e r n t :

DER FEINE UNTERSCHIED
Wildblumenwiesen sind
vor allem für Wildbienen
wichtig. Sie unterscheiden
sich von den Honigbienen,
die in Bienenvölkern leben,
Wildbienen hingegen sind
meist Einzelgänger. Es gibt
in Deutschland zirka 560
verschiedene Arten, 40,7
Prozent dieser Arten sind
vom Aussterben bedroht
oder zumindest gefährdet.

aus Stadtleben Natternkopf mit Wildbiene

aus Stadtleben Natternkopf mit Wildbiene B I L D: Verena Berg

Mit freundlicher Genehmigung der degewo, des  Autors und der Fotografin

Download der Originalseite aus Stadtleben hier:

 




Vereinbarung mit Beelitzer Spargelverein

Die Unterschrift im Rathaus v.l.n.r. Jürgen Jakobs, Kordula Isermann, Kerstin Pahl, E.A. Winkelmann, Bernhard Knuth, Lutz.Pahl.

Schulterschluss für mehr blühende Flächen

Die Beelitzer Spargelbauern haben eine Vereinbarung mit dem „Blühstreifen Beelitz e.V.“ unterzeichnet

Die Beelitzer Spargelbauern haben sich jetzt schriftlich dazu verpflichtet, Flächen für die Aussaat von Wildblumen und –kräutern zur Verfügung zu stellen. Am 12. April ist im Vorfeld der offiziellen Saisoneröffnung eine entsprechende Vereinbarung mit dem „Blühstreifen Beelitz e.V.“ unterzeichnet worden. Der in Buchholz ansässige Verein wirbt dafür, Acker– und Gartengrundstücke mit Wildpflanzen zu versehen, um ein dauerhaftes Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen. Grundstückseigentümer werden dabei fachlich unterstützt, bekommen auch Hinweise zu Saatmischungen, außerdem wird das Thema gezielt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Die neun größeren Beelitzer Spargelanbaubetriebe werden demnach in diesem Jahr zwischen 0,5 und 3 Hektar Fläche zur Verfügung stellen, ein Beschluss dazu ist auch auf der Frühjahrssitzung des Spargelvereins einmütig gefasst worden. „Zusammen möchten wir Blühflächen anlegen oder erhalten, die als  Ausgleich im intensiven Spargelanbau fungieren und nachhaltig von Frühjahr bis Herbst möglichst mehrere Jahre verfügbar sind“, heißt es in der Vereinbarung. Anlass ist das zunehmende Insektensterben: In den letzten 30 Jahren haben sich die Zahlen je nach Art mehr als halbiert, als eine Ursache gilt ein mangelndes Nahrungsangebot.

„Auch für uns ist das ein Riesen-Thema“, sagte Ernst-August Winkelmann vom Spargelhof Klaistow. Sein Unternehmen war eines der ersten, das im vergangenen Jahr den Schulterschluss mit dem Blühstreifen-Verein gesucht hat und mittlerweile über 50 Hektar Land, zum Teil auch in Eigenregie, zum Blühen bringt. Er hofft auf eine Signalwirkung auch für andere Landwirte: „Ich denke, dass alle die Notwendigkeit sehen und deshalb auch mitmachen werden, letztendlich ist es aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Lutz Pahl vom Blühstreifen-Verein begrüßte den Einsatz: „Uns ist klar, dass die Landwirte mit solchen Flächen „nicht reich werden können“, deshalb wollen wir dabei Hilfestellungen geben und ermutigen. Die große Bereitschaft, mit uns zusammenzuarbeiten, ist eine ganz tolle Sache.“ Es zeige sich, dass ein allgemeines Umdenken statt finden würde. „Und wir suchen immer weitere Projektpartner. Das kann ein Landwirt sein, aber auch ein Gartenbesitzer, der eine kleine Ecke auf seinem Grundstück bereitstellt.“

Der Blühstreifenverein hat sich vor über einem Jahr gegründet und von Anfang an starke Partner im Boot gehabt – neben Landwirtschaftsbetrieben in Klaistow, Wittbrietzen, Buchholz und Hennickendorf auch den Naturpark Nuthe-Nieplitz und das Netzwerk „Blühende Landschaft“. Auch die Stadt Beelitz ist dabei, Bürgermeister Bernhard Knuth hat als Schirmherr des Blühstreifen-Vereins die Vereinbarung mit unterzeichnet.

Text und Foto:

Thomas Lähns

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. (033204) 39 138

Fax (033204) 39 136

www.beelitz.de

 

Spargelstadt Beelitz

Berliner Straße 202

14547 Beelitz

Weitere Pressestimmen:

Potsdamer Neuste Nachrichten

Märkische Allgemeine

Wortlaut der Vereinbarung zum Download




Blühflächenrundgang 3.Septenber 2017

(Beitragsfoto:   www.enrico.roehner.eu)

Blühflächen der Modellregion „Buchholz-Wittbrietzen“

Projektpartner am Mikrophon Foto-www.enrico.roehner.eu 08

Projektpartner am Mikrophon Foto: www.enrico.roehner.eu 08

Sonntag, 3.9.2017, ca. 150 Interessierte sind der Einladung des Vereins Blühstreifen Beelitz e.V. und des Netzwerkes Blühende Landschaft nach Buchholz gefolgt.

Mit dabei waren die Partner des Blühflächenprojektes: die Stadt Beelitz, die Agrar KG Wittbrietzen, die Agrargesellschaft Buchholz mbH, Buschmann & Winkelmann GmbH Spargelhof Klaistow, das Netzwerk Blühende Landschaft , der Naturpark Nuthe-Nieplitz sowie der gemeinnützige Dorfverein Buchholz/Zauche e.V.

Stv.Bürgermeister Zado Foto: www.enrico.roehner.eu

Stv.Bürgermeister Zado Foto: www.enrico.roehner.eu 12

Bei schönstem Sonnenwetter würdigte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Beelitz Torsten Zado die Arbeit des Vereins, die Kreistagsabgeordnete Dr. Elke Seidel verkündete nicht nur, dass der Verein Preisträger des Agenda 21 Wettbewerbs ist, sondern appellierte an das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt mit einem „Federstrich“ das Wassergesetz zu ändern, um Gewässerstreifen zu Blühstreifen zu machen. Die Leiterin des Naturparkes Nuthe-Nieplitz, Kordula Isermann stellte fest, dass man in größerem Maßstab Blühflächen nur mit Förderungen erreichen kann, wie es die in anderen Bundesländern längst gibt. Carsten Wunderlich von der Agrargesellschaft Buchholz mbH erklärte, dass der Landwirt für Blühflächen Saatgut, Mitarbeiter und Maschinen einsetzen muss, aber keinen müden Cent dabei verdienen kann, gleichwohl habe sein Konsortium neben den dem Verein zur Verfügung gestellten Flächen insgesamt 50 ha Blühstreifen angelegt. Jürgen Frenzel von der Agrar KG Wittbrietzen bedauerte, dass sich die Flächen, die er in das Projekt eingebracht hat nicht so entwickelt haben, wir er sich das erhofft hatte und kündigte weitere Flächen für den Verein an, sowie ein Projekt zur Gewinnung von Wildblumensaatgut. Er arbeitet auch zusammen mit dem Verein und der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde HNE an einer Studie zur Freihaltung von Wolfsschutzzäunen. Der Vorsitzende des gemeinnützigen Dorfvereins Buchholz/Zauche René Wischnat würdigte das Engagement des Vereins und stellte fest, dass über Blühstreifen nun mit einander geredet wird und nun jeder, ob positiv oder negativ sensibilisiert ist für das Insektensterben, gegen das ein Jeder etwas tun kann.

Barbara Stark vom Netzwerk Blühende Landschaft Foto: www.enrico.roehner.eu

Barbara Stark vom Netzwerk Blühende Landschaft Foto: www.enrico.roehner.eu

In einem Vortrag erklärte Barbara Stark vom Netzwerk Blühende Landschaft die Zusammenhänge von Insektensterben und Umweltbedingungen und appellierte an die Landwirte und Gartenbesitzer mit einfachen Mitteln ihren Beitrag zu besseren Lebensbedingungen für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co zu leisten.

Ulrich Böhm vom Landesbauernverband erklärte die komplizierte Gesetzeslage, die das Wirtschaften für Landwirtschaftsbetriebe überaus kompliziert macht.

Spaziergang zur Bluehflaeche Foto: L.Pahl

Spaziergang zur Bluehflaeche Foto: L.Pahl

An der Blühfläche, zu der eine kleiner Spaziergang führte, wurden an 5 Stationen weitere Informationen gegeben, wobei keine Frage unbeantwortet blieb.

  1. Steinkauz-Projekt in Buchholz und Tipps zum Anlegen einer Benjeshecke. Peter Koch vom Landschaftsförderverein-Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V.
  2. Insektenfreundlicher Garten und Wildbienen-Hotels. Ariane Hofman von Hortus Terrigenus in Kleinbeuthen
  3. Flächenauswahl, -Vorbereitung, Aussaattips, Blühmischungen. Barbara Stark, Botschafterin des Netzwerks Blühende Landschaft.
  4. Gebietsheimisches Saatgut. Christina Grätz Inhaberin der Firma NagolaRe GmbH
  5. Pflanzenbestimmung, Essbare Wildkräuter, Vorstellung der 4 verwendeten Blühmischungen. Kerstin Pahl.

Besonderer Dank gilt dem Sponsor der Veranstaltung Herrn Winkelmann vom Spargelhof Klaistow, sowie Herrn Dietmar Rügen, der seinen Vierseithof für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt und hergerichtet hat.

Freundlicherweise wurden Fotos zur Verfügung gestellt von:  www.enrico.roehner.eu

und Carsten Preuss

 

Lutz Pahl

 

Mit freundlicher Genehmigung der MAZ und des Autors Jens Steglich:

Artikel in der MAZ vom 4.9.2017

Hier kann der Artikel in Faksimilie heruntergeladen werden.

 




Hier entsteht die Seite Bluehstreifen-Beelitz.de

Wir sind der Verein „Blühstreifen Beelitz e.V.“, der sich für die Verbesserung von Umweltbedingungen, insbesondere die Förderung von Blühflächen zur Rettung der Artenvielfalt, insbesondere Bienen, Schmetterlingen und Insekten, sowie die Verbesserung der Umweltbedingungen von Pflanzen und Tieren in Brandenburg einsetzt und Öffentlichkeitsarbeit für die vorgenannten Ziele leistet.

Daneben bearbeiten wir weitere Themen rund um Natur- und Landschaftsschutz.

An dieser Stelle wächst nun die Internetpräsenz mit Informationen rund um unsere Aktivitäten.

Wir arbeiten zusammen mit  http://www.bluehende-landschaft.de/ ,

Stadt Beelitz  und  Naturpark – Nuthe – Nieplitz , sowie mit diversen Landwirten aus der Region.

Um jeweils den ganzen Beitrag zu lesen, bitte auf die Überschrift klicken. So auch hier!