1

Sensen lernen!

In Storkow

Diese Frage kam jetzt öfter: Nun haben wir eine sehr schöne Blühwiese angelegt, und nun?

Wann muß sie gemäht werden? Muß sie gemäht werden? Wie kann sie gemäht werden?

Die Antworten: Ja, sie sollte gemäht werden, ein bis zweimal pro Jahr und am Besten mit einer Sense!

Sensenworkshop im Storkow
Sensenworkshop im Storkow

Diese Fragen wollten Melanie Wagner vom Naturpark Dahme-Heideseen und Anja Ciecierski vom städtischen Besucherzentrum Storkow gerne beantwortet haben und organisierten kurzerhand einen Workshop. 10 Teilnehmer*innen lauschten gebannt Kerstin Pahl, die die Zusammenhänge der Biodiversität, dem Insekten-Sterben und unseren Einfluß auf das Nahrungsangebot für Insekten, insbesondere Wildbienen darstellte. Von Krefelder Studie, über Pestizidbelastung und Bestäuberleistung der Wildbienen war alles dabei. Aber wir können alle auch etwas tun, um „die Spur der Verwüstung“, die wir zwangsläufig hinterlassen etwas abzumildern.

20220521 Dengeln in Storkow
20220521 Dengeln in Storkow

Im praktischen Teil leitete Lutz Pahl die Teilnehmer*innen an, die mitgebrachten Sensen für die Arbeit vorzubereiten. Richtige Sensenwahl, Einstellen, Schärfen, also Dengeln und Abziehen waren die Themen. Jede*r konnte nach dem Seminar mit der eignen, wieder scharfen Sense und der Gewissheit nach Hause gehen, „ich kann sensen, und das macht richtig viel Spaß“.

Sensen in Storkow

Unseren nächsten Sensenworkshop in Zusammenarbeit mit dem BUND am Freitag, 3.6.2022 in Buchholz: https://bluehstreifen-beelitz.de/event/sensenworkshop-in-buchholz/




Unsere wilden Vorfahren

Die Wildpflanzendörfer von Beelitz

Am Rande der Landesgartenschau 2022 in Beelitz ist ein Projekt entstanden, welches die Ureinwohner der Ortsteile in den Blick nimmt. Wir haben die Beelitzer Ortsteile gebeten, sich „ihre“ Wildpflanze auszuwählen, die zum Ort passt und bestenfalls natürlich im Dorf vorkommt.

War die Pflanze nicht mehr heimisch, haben wir sie mit Samen aus gebietsheimischer Herkunft zurückgeholt. Mit Hilfe der Stadt Beelitz wurden zusätzlich Wildpflanzenbeete angelegt. Infotafeln und ergänzende, gezeichnete Tafeln informieren und erklären.

Neben den Kulturpflanzen, wie sie heute in der landwirtschaftlichen Produktion verwendet werden, verweisen wir zusätzlich auf deren historische Urformen, die Wildpflanzen. Wildpflanzen sind die Dinosaurier unter den Pflanzen und ihre vielfältigen Funktionen sind leider etwas in Vergessenheit geraten. Sie sind unsere uralten Nachbarn und umgeben uns z.B. auch an unseren Wohnorten. Waren sie früher oftmals die einzigen Möglichkeiten zur Heilung, zum Färben, zum Körbe-flechten oder zum Seile-herstellen, so sind sie heute mit all ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten oftmals in Vergessenheit geraten. Kleidung wurde auch aus manchen heimischen Fasern, wie z.B. der Brennnessel, hergestellt. Inhaltsstoffe, wie das Lab aus dem Labkraut, wurde über Jahrhunderte zur Käseherstellung genutzt. Überhaupt wurden essbare Wildkräuter regelmäßig in der Küche verwendet und neue Kulturformen fortwährend aus ihnen gezüchtet, wie z.B. die Kulturmöhre aus der Wilden Möhre. Zichorienkaffee aus den gerösteten Wurzeln der Wegwarte gab es bereits im 18. Jahrhundert, nun kommt er als bekömmliches, gesundes und nachhaltiges Getränk in manchem Bioladen bereits wieder ins Regal.  Wildpflanzen bilden die Nahrungsquellen für Insektenarten. Und von Insekten ernähren sich Vögel, Säugetiere, Kriechtiere, Amphibien. Bestäubungsleistungen werden zu 90 % von Insekten übernommen. Ohne Bestäubung keine abwechslungsreiche Nahrung. Die Wildpflanzen sind schon immer da und tun ihren Dienst. Lassen wir sie auch bei uns zu neuen Ehren gelangen.

7 Ortsteile haben sich am Projekt beteiligt. Bei der Umsetzung des Projektes halfen das Land Brandenburg mit Lotto-Mitteln (Aktion Nachhaltige Entwicklung, Lokale Agenda 21), Stiftung Naturschutz Berlin, Natura DB- Die Datenbank für Gärtner, die Stadt Beelitz sowie die Ortsbeiräte der jeweiligen Ortsteile. Wir danken herzlich!

Hier der Flyer:

Download des Flyers: http://bluehstreifen-beelitz.de/wp-content/uploads/2022/04/BB_LaGa_Folder_final.pdf

Camilla Hoffmann hat auch hier das Design erstellt.

Ortsteile, die sich an dem Projekt beteiligt haben sind:

Buchholz : Wiesensalbei

Elsholz : Natternkopf und Ähriger Ehrenpreis

Salzbrunn : Königskerze

Wittbrietzen : Grasnelke und Gundermann (folgt im Mai 2022)

Kanin : Giersch, Karthäusernelke und Vogelmiere

Klaistow : Sand-Strohblume, Schafgabe und Sauerampfer

Reesdorf : Knoblauchsrauke, Reiherschnabel, Sandstrohblume und Spitzwegerich




Elsholz: Natternkopf

In Elsholz hat man sich für den Natternkopf entschieden. Die Infotafel befindet sich in der Feldstraße. Der Natternkopf fühlt sich hier auf seinem natürlichen Standort sehr wohl. Auf einigen Quadratmetern wird die Mahd bis zur Blüte der Staude verschoben.

In der Dorfstraße, im Bereich des Dreiecks am Bahnhofsweg, wurde ebenfalls ein Wildblumenbeet neu angelegt. Hier wächst der Ährige Ehrenpreis, der durch ein gezeichnetes Zusatzschild beschrieben wird. Die Pflanzen sind gebietsheimisch.

A3_Natternkopf_3
A3_Natternkopf
Ähriger Ehrenpreis
Ähriger Ehrenpreis



Klaistow: Sand-Strohblume

Im Bereich der Haltestelle am Ortseingang befindet sich die Infotafel zur hier natürlich vorkommenden Sand-Strohblume. Ein abgeteiltes Areal wird erst nach der Blüte der geschützten Pflanze gemäht. In unmittelbarer Nähe weisen Zusatzschilder auf den Spitzwegerich sowie die Schafgarbe hin. Der Sauerampfer ist der Dritte im Pflanzen-Bunde.

Sand-Strohblume
Schafgarbe mit Gemeiner Bienenkäfer oder auch Bienenwolf
Spitzwegerich
Spitzwegerich



Kanin: Giersch

Ganz am Ende des kleinen Ortes Kanin, am ehemaligen Teich, befindet sich die Infotafel zum Giersch. Der Giersch siedelt hier in großen Beständen auf nährstoffreichen, frischen Böden.

Giersch
Giersch

In unmittelbarer Nähe wird die Vogelmiere erklärt.

Vogelmiere
Vogelmiere

Am Ende des Dorfplatzes wurde eine Verkehrsinsel umgestaltet. Hier weist ein gezeichnetes Zusatzschild auf die Karthäusernelke hin, die hier gepflanzt wurde.

Karthäusernelke
Karthäusernelke



Reesdorf: Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke wächst hier im lichten Wald an der Feuerwehr auch natürlich. Nur wenige Exemplare wurden gefunden. Ein neu angelegtes Wildkräuterbeet beherbergt nun zusätzliche Pflanzen aus gebietsheimischer Herkunft.

Knoblauchsrauke
Knoblauchsrauke

Im Rundling wird mit den gezeichneten Zusatzschildern auf Reiherschnabel und Sand-Strohblume hingewiesen. Der Reiherschnabel kommt hier natürlich vor und bildet riesige Bestände, die den Dorfkern im Frühjahr in ein wahres rosa Blütenmeer verwandeln. Die geschützte Sand-Strohblume kommt auf dem sandigen trockenen Standort in einigen Exemplaren vor.




Salzbrunn: Königskerze

Die Königskerze wurde aus gebietsheimischer Herkunft auf einem neu angelegten Beet am Dorfgemeinschaftshaus angesiedelt. Sie kommt hier in einigen stattlichen Exemplaren auch natürlich vor. Zusätzlich wurden auch violettblütige Königskerzen gepflanzt. Sie zeigen hier einen guten Kontrast und sind für insektenfreundliche Gärten gut geeignet.

Königskerze
Königskerze



Buchholz: Wiesensalbei

In Buchholz wächst der Wiesensalbei seit Jahrzehnten natürlich im Bereich des Spielplatzes an der Kietzstraße. Ein neues Beet ist in der Chausseestraße gegenüber der Gaststätte entstanden. Wiesensalbei aus gebietsheimischer Herkunft wurde nachgepflanzt.

Wieseslbei
Wiesensalbei
Wieseslbei
Wiesensalbei



Farbe ins Feld

Viel ist derzeit über die Vorbereitungen zur LAGA in Beelitz zu hören und zu lesen. Und unterdessen hat uns wohl alle das allgemeine LAGA-Fieber erfasst und wir beobachten, wie wöchentlich Neues und Schönes in Beelitz entsteht. Mit Feuereifer wird noch immer gearbeitet, Bäume und Sträucher, Stauden und Blumenzwiebeln kommen in Massen in die Erde.  So langsam wurden auch die Ortsteile „angesteckt“, auch Privatpersonen bereiten sich vor und neue Ideen entstehen. Mit Freude sehen wir bereits auch neue Feld-Blühflächen in Richtung Schäpe, die noch im späten im Herbst in weißen, gelben oder lila Farben strahlen.

In verschiedenen Ausgaben der Beelitzer Nachrichten wurde bereits über die „Blühwelle“ neben der Nieplitz berichtet. Hier soll der stilisierte Verlauf der renaturierten Nieplitz im Bereich Beelitz durch Blumen veranschaulicht werden. Der rote Mohn hatte sich im Sommer hier kräftig durchgesetzt, ganz ohne Aussaat. Gern hätten wir auf ein erklärendes Schild des Landesamtes für Umwelt hingewiesen, aber bisher wurde keins errichtet.

Blauer Lein

Dennoch ist der Standort, den wir in diesem Jahr oft besucht haben, außergewöhnlich. Von hier aus blickt man am nahen Horizont auf den Friedensberg/Judenberg. Und so ist Idee entstanden, diesen kleinen Höhenzug im Gelände im Jahr der LAGA 2022 mit bunten (LAGA)-Farben einzusäen. Z.B. Rot der Mohn, Blau die Kornblume oder Lein, Weiß der Buchweizen, Lila die Phacelia, Gelb die Sonnenblume oder der Raps, orange die Ringelblume…. die Landwirte haben dazu sicher selbst die allerbesten Ideen und Möglichkeiten. Das rote Mohnfeld an der Nieplitz hat jedenfalls viele Menschen begeistert. 

Wie wäre es, ein Band der Blumen entlang des Friedensberg/Judenbergs anzulegen? Auch wäre es ein schöner Beitrag der Landwirte die umliegenden Ackerflächen im LAGA-Jahr erblühen zu lassen. Wir unterstützen gern und würden uns sehr freuen, wenn diese Idee Berücksichtigung findet und spontan umgesetzt werden kann.




Refugium für Insekten entsteht

Vor einigen Jahren erhielten wir die Möglichkeit, eine große private Fläche (2,5 ha) für die Artenvielfalt zu entwickeln. Dafür ein herzliches Dankeschön an Prof. Dr. Jochen Möller aus Fichtenwalde.

An der Buchholzer Mühle gelegen, haben wir die Fläche zusammen mit dem Eigentümer in vielen Arbeitstagen von den Resten der ehemaligen „Schneckenfarm“ befreit. Dafür mussten die alten „Ställchen“ der Weinbergschnecken aus der Erde gegraben und abtransportiert werden. Für die neue Nutzung waren insbesondere im bestehenden Schutzgebiet einige Genehmigungen erforderlich, die an verschiedene Auflagen geknüpft waren. Ein langer, aber letztlich doch erfolgreicher Prozess der Umnutzung liegt hinter uns. Teilflächen wurden immer wieder gemäht, andere mit Wildpflanzen neu eingesät. Das Saatgut wurde über unsere Kooperation mit dem Netzwerk „Blühende Landschaft“ https://bluehende-landschaft.de/ gefördert. Der richtige Zeitpunkt der Mahd ist entscheidend für die Entwicklung der Artenvielfalt auf einer Wiese.

Besonders erfreulich ist es, wenn das Heu nicht kompostiert werden muss, sondern von Tierhaltern genutzt werden kann. Und so entstand eine weitere Kooperation. So freuten sich Else und Lotte, die Eselinnen der Finca „Pachamamas“ https://www.pachamamas.info/finca-pachamamas/  in Buchholz über reichlich Heu. Unterdessen wird das Projekt sogar vom Land Brandenburg und dem Naturpark Nuthe-Nieplitz https://www.nuthe-nieplitz-naturpark.de/unterstützt und es werden Daten zur Entwicklung der Flora und Fauna, insbesondere der Insektenwelt erhoben.  




1000 Sträucher für den Schönefelder Graben

Mit Hilfe der Förderung des Landkreises Potsdam-Mittelmark „Klimaschutz-Richtlinie“ konnten wir erneut landwirtschaftliche Betriebe gewinnen, die uns bei der Pflanzung von Gehölzen in der Feldflur geholfen haben. Denn als Antragsteller für diese Förderung kommen nur Landwirte infrage. Die Stadt Beelitz hat der Pflanzung auf ihrem Eigentum zugestimmt und bei der Einholung erforderlicher Genehmigungen geholfen. Denn neben Eigentümern und Nutzern müssen auch die sogenannten Leitungsbetreiber zustimmen. Dazu muss geklärt werden, welche Leitungen an den jeweiligen Standorten verlegt sein könnten. Sind Gräben in der Nähe, so sind auch die Wasser- und Bodenverbände zu befragen.

Die Agrargesellschaft Buchholz mbH hat uns freundlicherweise unterstützt. So konnten entlang des Weges am Ortsausgang Buchholz weitere Bäume, wie Wildäpfel, Wildbirnen und Sal-Weiden gepflanzt werden.

Auch am Schönefelder Graben konnte mit der Hilfe von Jürgen Frenzel vom Landgut Hennickendorf GmbH gepflanzt werden. Auf einer Strecke von 1 km kamen 1000 Sträucher in die Erde. Für die praktische und fachliche Umsetzung bedanken wir uns bei der Garten- und Landschaftsbaufirma, Steffen Liche. Noch sind die Sträucher leicht zu übersehen, aber in einigen Jahren sollen sie neuen Lebensraum für Insekten und Vögel bieten.  Bei allen drei Betrieben bedanken wir uns herzlich!

Wir suchen Flächen

Im Januar beginnt die Zeit der Planung für neue Projekte für die Artenvielfalt. Förderanträge müssen vorbereitet werden und Projektideen sind zu entwickeln. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein von Flächen, die durch Betriebe, die öffentliche Verwaltung, die Kirchen oder private Eigentümer bereitgestellt werden könnten.

Wir suchen Landeigentümer, die auf ihren Ackerflächen Blühflächen anlegen würden, aber auch Hecken oder anderen Gehölzpflanzungen gegenüber offen wären.

Denn neben den Pächtern müssen auch die Verpächter bereit sein, ihre Flächen anders zu bestellen.  Im blumenreichen LAGA-Jahr in Beelitz wäre dies sicher eine wertvolle Bereicherung.

Wenn wir frühzeitig von ihren Vorstellungen erfahren, können wir versuchen Spenden für das benötigte Saatgut oder für Pflanzungen zu beschaffen.

Melden Sie sich gerne: info@bluehstreifen-beelitz.de




Teamtag für die Artenvielfalt

Auch im Winter lässt sich für die Artenvielfalt so einiges entdecken. Dass ein Event im Freien trotz Corona viel Spaß machen kann, erlebten die Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes des Technischen Hilfswerkes (THW) aus dem Landesverband Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Beim Teamtag ging es bei „Wind und Wetter“ gute 5 km auf Entdeckungstour entlang des Naturlehrpfades „Nahrung contra Natur?“ zwischen Buchholz und Birkhorst. Farm und Lehrpfad sind übrigens auch gut mit der Bahn (ODEG) zu erreichen.

Weitgereiste, sogenannte „BUFDIS“ aus Stahnsdorf, Herzberg, Potsdam oder Berlin gehörten zu unseren noch recht jungen Gästen. Sie absolvieren ein freiwilliges Jahr, um sich in den Bereichen zu engagieren und zu lernen, die sie für ihr späteres Berufsleben besonders interessieren. „Beim THW geht das besonders in die technische Richtung“, sagt Dorit Mager, die die Jugendlichen betreut.

Foto: Paul Neumann, Bundesfreiwilligendienstleistender des THW, LV BEBBST

„Menschen jeden Alters können als Bundesfreiwilligendienstleistende viele Aufgaben im THW übernehmen und spannende Erfahrungen machen. So geht es beispielweise um „Technik zum Anfassen“: Fahrzeuge und Ausstattung müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden.

In der IT, bei der Ausbildungsplanung gibt es spannende Berufsfelder zu entdecken, aber auch die Jugendarbeit ist eine wichtige Stütze des THW. Wer sich für das gesamte Angebot des THW interessiert, findet hier die kompletten Einsatzmöglichkeiten

THW
THW

Begleitet wurde die Gruppe von 3 Alpakas der Farm „Pachamamas“

Pachamamas
Pachamamas

und Alejandra Mendez, die Spannendes über die kuschligen Vierbeiner berichten kann. Kerstin und Lutz Pahl, vom Verein Blühstreifen Beelitz e.V. betreuten fachkundig die einzelnen Stationen des Naturlehrpfades. Dabei erfuhren die Teilnehmer z.B. was eine Klotzbeute ist oder wie Steinkäuze leben und erkundeten die nähere Umgebung mit Fernglas und Pflanzenlupe.

Foto: Paul Neumann, Bundesfreiwilligendienstleistender des THW, LV BEBBST

Nicht nur der Nahrungsversorgung des Menschen dient der Agrarraum, auch Tiere und Pflanzen der heimischen Natur müssen hier ihren Lebensraum finden können. Dafür tragen neben den Landwirten wir alle Verantwortung.

Hier lernen die Teilnehmer Landschaftselemente kennen und deren Wert im ökologischen Gefüge. Am Kiesteich, dem Lebensraum „Kleingewässer“ kam dann sogar die App zur Vogelbestimmung zum Einsatz und versetzte alle in Frühlingsstimmung.

Wo überwintern Insekten und was kann man selbst für die Überwinterung tun, diese Frage wurde mit Taschenmesser und Lupe geklärt. In trockenen Stängeln gibt es auch im Winter so einiges zu entdecken.

Welche Überwinterungsstrategien verfolgen Pflanzen und wo verbringen die heimischen Tiere den Winter?

Foto: Paul Neumann, Bundesfreiwilligendienstleistender des THW, LV BEBBST

Wie sich z.B. das Vogelleben der Kraniche aktuell durch den Klimawandel verändert, war eindrucksvoll zu beobachten. Mehr als hundert Kraniche konnten auf ihrem Rastplatz beobachtet werden. Eigentlich sind das Zugvögel, die aber immer öfter den Winter hier verbringen.

Zurück von der Wanderung erwarteten uns die Alpakas im warmen Stall und auf der Weide, so dass wer mochte, noch lange bei ihnen verweilen und kuscheln konnte.

Wir anderen wärmten uns am Feuer und einer warmen Suppe.

Teamtag THW Suppentopf
Teamtag THW Suppentopf



Danke für 2021

2021: Blühstreifen Beelitz sagt „Danke“

In Beelitz wird derzeit so viel gepflanzt wie nie. Im Bereich des LAGA-Geländes wurden unzählige Bäume und Sträucher in die Erde gebracht. Zwiebeln und Stauden werden massenhaft im nächsten Jahr erblühen und in allen Farben leuchten. Ich freu mich drauf und wenn die Schönheit ohne Pflanzenschutz- und Spritzmittel auskommt, dann ist auch den Insekten und Kleintieren geholfen. Beelitz hat sich zu unser großen Freude soeben zur pestizidfreien Kommune erklärt.

Im Rahmen des Projektes Wildpflanzendörfer haben wir in Elsholz eine Frühblüher-Pflanzaktion organisiert. So trafen sich nach Einladung des Ortsbeirats im Oktober zahlreiche Familien mit Schippen, Spaten und Gießkannen und halfen bei der Aktion. „Welche Seite der Zwiebel kommt nochmal nach unten, die spitze oder die runde?“, fragt Noah, der mit seinem Papa gekommen ist. Mehrere Hundert Zwiebeln von Krokussen und Narzissen sind am Ende unter den Eichen vergraben und warten auf den Frühling. Ganz schön anstrengend, denn die Erde ist hart und viele Löcher müssen 15 cm tief werden. „Wir sind auf das blühende Ergebnis gespannt und danken allen fleißigen Helfern für ihren Einsatz“, sagt Claudia Fromm. Ihre Tochter wollte unbedingt mit dabei sein.

In Buchholz geht die Baumpflanzung entlang des Weges nach Birkhorst weiter. 50 weitere Gehölze ergänzen die Apfelbaumreihe aus dem letzten Jahr. Zu den verwendeten Arten gehören diesmal hauptsächlich Wildapfel und Wildbirne, die besonders gut an den Klimawandel angepasst sind.

Der „Mann der Stunde“, d.h. in diesem Fall der Mann der praktischen Arbeit ist wieder der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Steffen Liche aus Rieben. Vielen Dank!

Möglich wurde die Aktion durch die Zusammenarbeit mit der Agrargesellschaft Buchholz mbH als Fördermitteladressat. Herr Wunderlich half uns bei der Durchführung der Fördermittel des Landkreises Potsdam-Mittelmark und erteilte als Landnutzer die Genehmigung zur Pflanzung. Die Mittel stammen aus der Klimaschutz-Richtlinie und sind für Erosionsschutzpflanzungen in der Landwirtschaft gedacht. Solche Bäume und Sträucher strukturieren die Landschaft und können außerdem den Wind abbremsen. Damit helfen sie den Boden festzulegen und verhindern, dass fruchtbare Bodenbestandteile davonfliegen. Die Gehölze bieten gleichzeitig Insekten, Vögeln und Kleintieren Schutz und Nahrung.

Unser Dank geht gleichermaßen an den Eigentümer der Wege, die Stadt Beelitz.

Wir danken allen Beelitzer Bürgern, Unternehmen und der Verwaltung für ihre Unterstützung, ihre Spenden, ihren Zuspruch, ihre Ideen und ihr Engagement für mehr Artenschutz.

Wir danken für Ihre Bereitschaft, Neues zu entdecken und neue Wege zu gehen. Ohne diese Eigenschaften wie Ihre Neugier und Ihr Zupacken gäbe es keine Veränderungen. Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit, gute Gesundheit und ein gutes 2022.

Kerstin Pahl




Zukunftshaus

Besuch von Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Hoher Besuch am Zukunftshaus der DEGEWO in Berlin- Lankwitz. Svenja Schulze (SPD), unsere Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sprach u.a. mit dem Vorstand des Vereins Blühstreifen Beelitz e.V. über den Gemeinschaftsgarten in der Havensteinstraße 20 sowie die dort entstandene Blühfläche, den Insektenschutz, Klimaschutz und die 17 Goals für Nachhaltigkeit.

Markus Wöhrmann erläutert seine Arbeit im Gemeinschaftsgarten

Zusätzlich ging es auch um die Förderprogramme des Bundes zum Insektenschutz.

Mit dabei war auch Ruppert Stüwe (SPD), Kreisvorsitzender der SPD Steglitz-Zehlendorf, Mirjam Golm (SPD), Kandidatin für das Abgeordnetenhaus in Berlin-Zehlendoorf, Wahlkreis 5 und Sandra Wehrmann, Vorstandsmitglied bei Degewo.

Kerstin Pahl und Svenja Schulze
Kerstin Pahl und Svenja Schulze
Im Gespräch mit Svenja Schulze
Laura Friedel und Markus Wöhrmann vom Verein Blühstreifen Beelitz e.V.



LAGABeelitzBlütenseife

ein Projekt von Gabi Sußdorf und Katja Benke vom Kreativnetzwerk FlämingSchmiede

Gabi Sußdorf ist die Betreiberin von GabiS Seifen-Manufaktur in Jeber-Bergfrieden. Immer wieder überrascht sie nicht nur mit liebevoll handgefertigten Schönheits- und Pflegeprodukten, sondern auch mit tollen Workshops, Kulturevents und neuen, kreativen Ideen.

Foto: Katja Benke

Weil in Beelitz im nächsten Jahr die Landesgartenausstellung (LAGA) stattfinden wird, möchte sie eine ganz besondere Beelitzer Blütenseife kreieren. So kamen wir ins Gespräch und schnell war entschieden, dass in unserem Garten für die LAGA-Seife Blühstreifen- Ringelblumen gepflückt werden sollten.

Ein kleines Feld wurde zu diesem Zweck inmitten des Gemüsegartens angelegt, denn verschiedene Farben und Formen der Ringelblume sollten die Attraktivität der Aktion noch erhöhen.

Katja Benke vom Kreativnetzwerk Flämingschmiede begleitete unser Treffen mit fachgerechtem Kamerablick und treffenden Texten.

Foto: Katja Benke

Unser Sammel- und Pflücktag verging bei guten Gesprächen und einem Blüten-Frühstück wie immer viel zu schnell. Wir freuen uns sehr auf das Ergebnis und das Fest der Sinne in Beelitz 2022.

Foto: Katja Benke



Bauernzeitung berichtet

Landgut Hennickendorf ist einer der ersten Projektpartner und Vereinsmitglied